Untersuchung von Kalksteinen, Mergel bezw. Kalkdtingemitteln. 103 und drückt den Kautschukstopfen fest in den Hals der Flasche, ohne diese mit der Hand zu erwärmen. Jetzt schließt man den Glashahn und läßt etwa 20 ccm Wasser durch Öffnen des Quetsohhahnes ahfließen, weil sonst beim Beginn durch die heftige Kohlensäureentwickelung das Wasser aus dem Eohre links herausgeschleudert werden würde. Hierdurch wird das Niveau im Eohre rechts etwas sinken, sich jedoch bei einem Punkte ganz gleichbleibend einstellen. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist der Apparat an irgend einer Stelle undicht und muß erst für Dichtung gesorgt werden. Schließt der Apparat dicht, so ergreift man mit der linken Hand den Quetschhahn, mit der rechten die Entwiokelungsflasche am Halse (um Erwärmung zu vermeiden), neigt die Flasche bis zum Umfallen des Tiegels und setzt sie darauf in eine kreisförmig schüttelnde Be wegung. Während der Kohlensäureentwickelung läßt man durch Öffnen des Quetsohhahnes immer so viel Wasser abfließen, als das Niveau im Eohre rechts sinkt. Man schüttelt, bis das Niveau im Eohre rechts gleich bleibt, läßt dann den Apparat 10 Minuten ruhig stehen, schüttelt nochmals, stellt das Wasser in den Eöhren auf gleiches Niveau ein und liest die Anzahl der entwickelten Kubikzentimeter Kohlensäure ab. Unter Berücksichtigung der Temperatur und des Barometerstandes berechnet man das Gewicht der Kohlensäure oder des ihr entsprechenden Calciumkarbonats nach den von Finkener berechneten Tabellen, in welchen das Gewicht eines Kubikzentimeters Kohlensäure in tausendstel Milligrammen angegeben ist (vergl. Tabelle No. la und Ib am Schluß). In diese Zahl ist zugleich der Fehler eingerechnet, der dadurch entsteht, daß das Gas feucht gemessen und eine gewisse Menge Kohlensäure von der Salzsäure des Entwickelungsgetäßes absorbiert wird. Für die volumetrische Bestimmung der Kohlensäure sind eine Eeihe ähnlicher, auf demselben Grundsatz beruhender Apparate angegeben, von denen noch besonders der von Q. Lunge und L. Marchlewski 1 ) erwähnt sein möge. 3. Bestimmung der organischen Stoffe. a) Annähernd erhält man die Menge derselben indirekt durch anhaltendes Glühen, indem man von dem Gesamt-Glühverluste die gefundene Wasser- und Kohlensäuremenge abzieht. b) Direkt, wenn humose Stoffe vorhanden sind, wie bei Boden S. 13 u. f. 4. Bestimmung der Schwefelverbindungen wie bei Boden S. 39. 5. Bestimmung des Eisenoxyduls wie bei Boden S. 41. 6. Vollständige Untersuchung. a) Salzsäure-Auszug: 10 g werden mit Salzsäure zur Trockne verdampft, mit salzsäurehaltigem Wasser aufgenommen und auf 500 ccm gebracht. In je 25 ccm werden bestimmt; a) Eisenoxyd und Tonerde nach Oxydation mit chlorsaurem Kalium durch Fällen mit Ammoniak bis zu eben eintretender alkalischer Reaktion und schnelles Filtrieren. Sollen beide Teile getrennt bestimmt werden, so behandelt man in der selben Weise 100 com, löst den Niederschlag vom Filter in verdünnter Schwefel säure, reduziert mit Zink usw. (S. 19) im Kolben mit Bunsenschem Ventil und titriert mit Chamäleon wie bei Boden S. 24, ß2. Bei größeren vorhandenen Mengen Eisenoxyd und Tonerde fällt man wie bei Boden S. 24, ß 1 mit essigsaurem Natrium. ß) Kalk und Magnesia werden im Filtrat der Ammoniakfällung durch Zusatz von Ammoniumoxalat bezw. Natriumphosphat wie üblich bestimmt. y) Phosphor säure. Die Mergel und Kalksteine enthalten nur in ganz seltenen Fällen nennenswerte Mengen Phosphorsäure. Soll diese bestimmt werden, so nimmt man 200 ccm des Filtrats und mehr, macht dieses erst ammoniakalisch, dann salpeter sauer und fällt die Phosphorsäure mit molybdänsaurem Ammon, vergl. unter „Düngemittel' 1 . d) Schwefelsäure und Alkalien wie bei Boden S. 29 u. f. ') Zeitsohr. f. angew. Chemie 1891, 229.