110 Untersuchung von Tonen. Man wendet zweckmäßig als Zusatzmittel ein Gemisch von gleichen Teilen staubfeinem Bergkristall und absolut reiner Tonerde — erhalten durch Fällen von Ammoniak-Alaun mit Ammoniak und wiederholtes Auswaschen — an. Es werden für jeden Versuch verschiedene Proben mit 5, 10, 15, 20 °/ 0 Zusatz von Tonerde- Kieselsäure geglüht und nach dem Glühen beobachtet, bei welcher Probe ein Schmelzen nicht mehr stattgefunden hat. Zur Beurteilung von feuerfesten Tonen können noch folgende Untersuchungen dienen; Ton von . . . . Mülheim Obersuhl Kieselsäure .... 35,35 o/ 0 64,10 o/o. Tonerde . . 35,36 „ 26,26 „ Kalk , . .... 0,16 „ 0,75 „ Magnesia . .... 0,07 „ 1-42 „ Eisenoxyd. .... 2,69. „ 4,36 „ Kali. . . .... 1,24 „ 1,26 ,. Natron . . 1,42 „ Wasser. . • • ! • H-72 „ 0,53 „ Die Töpfertone besitzen merkliche Mengen von Eisenoxyd und kohlen saurem Calcium und haben eine Zusammensetzung von etwa 57—61 °/ 0 Kieselsäure, 24—37 °/ 0 Tonerde, 4—7,5 °/ 0 Eisenoxyd, 0,5—2,5 °/ 0 Kalkerde und einen Sand gehalt, der beispielsweise beim Bunzlauer Ton bis 30 °/ 0 geht. Diese Tone ver tragen eine ziemlich starke Hitze, ohne zu schmelzen, können jedoch bei sehr gesteigerter Hitze in eine glasige Schlacke umgewandelt werden. Die Töpfertone lassen sich in allen sedimentären Formationen bis in das Diluvium hinein verfolgen, besonders reich daran sind jedoch die Kreideformation und die tertiären Formationsgruppen. Zusammensetzung der Töpfertone von Bunzlau Lautersheim Kieselsäure . . . . . 32,51 o/ 0 49.00 o/„. Tonerde . . . . . . 21,60 „ 33,09 „ Kalk .... • • ■ 0,34 „ 2,00 „ Magnesia . . . • ■ ■ 0,74 „ 0,20 „ Eisenoxyd. . . • • • 5,69 „ 2,10 „ Kali . • . 2,60 „ — Wasser. . . . . . . 6,39 „ 13,56 „ Sand .... . . . 30,51 „ — 3. Ziegelerde, Die am häufigsten für die Ziegelherstellung verwendete Ziegel- erde, deren Benennung eine äußerst verschiedene ist, besteht in einer in sehr ver schiedenen Verhältnissen gemengten Masse von Ton, Sand und Eisenoxyd, zu der meist noch Kalk, Magnesia, Alkalien und Bitumen treten. Das Verhältnis von Ton und Sand bewegt sich von 80—40°/ 0 für Ton und von 20—60°/ 0 für Sand; iw ersteren Falle nennt man die Ziegelerde fett, im letzteren mager. Bin Teil der Kieselsäure ist mit der Tonmasse chemisch gebunden, während ein anderer, als freie Kieselsäure mit ihr in innigster Mischung vorhanden, durch Kochen mit Kali lauge in Lösung gebracht werden kann. Quarzmehl, feiner und gröberer Sand lassen sich durch einen Schlämmvorgang von der kieselsauren Tonerde trennen. Das Eisen oxyd, sowie auch das Eisenoxydhydrat sind einerseits an Kieselsäure chemisch ge bunden, andererseits durch Einschwemmung mechanisch beigemengt. Beim Brennen färbt das Eisenoxyd die Ziegelerde rot, sobald Mengen von 4 °/ 0 davon vor handen sind.