Untersuchung von Stallmist. 127 A. Untersuchung der wässerigen Flüssigkeit, Die wässerige Düngerlösung ist, wenn eine vollständige Untersuchung derselben beabsichtigt wird, in folgender Weise zu behandeln: 1. Von 300—600 g der Flüssigkeit (50—100 g des feuchten Mistes ent sprechend) wird etwa ein Drittel unter den nötigen Vorsichtsmaßregeln ab- destilliert und das hierbei sich verflüchtigende Ammoniak in einer Vorlage mit titrierter Schwefelsäure aufgefangen. Die in der Retorte zurückbleibende Flüssigkeit wird sodann mit Wasser und 1—2 g frisch gebrannter Magnesia versetzt, abermals ungefähr ein Drittel abdestilliert, unter Auffangen des Destillates in vorgelegter titrierter Schwefelsäure und durch Zurticktitrieren das ursprünglich fester gebundene Ammoniak ermittelt. 2. Salpetersäure pflegt im Stallmist in kaum nennenswerter Menge vor handen zu sein; falls eine Bestimmung wünschenswert erscheint, verfährt man nach dem Verfahren von Schlösing oder besser nach demjenigen von Th. Pfeiffer (vergl, unter „Düngemittel“). 3. Zur Bestimmung der Gesamtmenge des Stickstoffes engt man 200 com der Flüssigkeit nach dem Ansäuern mit Phenolsohwefelsäure direkt im Glaskolben erst auf dem Wasserbade oder direkt Uber ganz kleiner Flamme ein, bis das überschüssige Wasser verdunstet ist, und verbrennt zuletzt unter Zusatz von mehr Phenolschwefel säure nach dem Verfahren von Kjeldahl. 4. Zur Bestimmung der fertig gebildeten Schwefelsäure übersättigt man 200 g der Lösung mit Salzsäure, erwärmt, filtriert, wenn eine Ausscheidung erfolgt, und fällt wie gewöhnlich mit Chlorbaryum in der Kochhitze. Der abfiltrierte, gut ausgewaschene Niederschlag wird getrocknet und geglüht, sodann mit etwas Salpetersäure angefeuchtet und wieder eingetrocknet, hierauf mit verdünnter Salz säure behandelt, abermals abfiltriert und nach dem Trocknen, Glühen usw. gewogen (vergl. unter „Untersuchung der Pflanzenasche“). 5. Der Rest des wässerigen Düngerauszuges (4—5000 ccm) wird in einer Schale auf dem Dampf bade bis zur Trockne eingedampft, die Gesamtmenge des Rückstandes gewogen und hiervon einzelne Teile in folgender Weise verwendet: a) In 2—3 g des Rückstandes ermittelt man durch Trocknen bei 110° die noch vorhandene Feuchtigkeit und verbrennt hierauf bei möglichst schwacher Hitze die organische Substanz, um den Gehalt an Gesamtasche zu finden. In der so gewonnenen Asche wird die Kohlensäure bestimmt (S. 15); die Differenz ergibt die Menge der Reinasche. Wenn zur Zersetzung der „Rohasche“ für die Kohlensäure-Bestimmung reine Salpetersäure benutzt worden ist, so kann die ab filtrierte Flüssigkeit auch zur Bestimmung des Chlors dienen, dessen Menge jedoch auf andere Weise (vergl. c) kontrolliert werden muß. b) Weitere 2—3 g der nicht veraschten Substanz werden zur Bestimmung der fertig gebildeten Kohlensäure verwendet. c) Die Gesamtmenge des Schwefels neben der fertig gebildeten Schwefel säure, der ganze Gehalt an Chlor, sowie die Phosphor säure werden am besten in der Weise ermittelt, daß 2—3 g des trocknen Rückstandes nach dem Pulvern anteilweise mit einem Silberspatel in eine in einem Silbertiegel befindliche Schmelze von 6—8 Gewichtsteilen Ätzkali und 1 / 2 Gewichtsteil Salpeter unter fortwährendem Umrühren eingetragen und die ganze Masse zuletzt durch stärkeres Erhitzen weiß- gebrannt wird, was ohne Schwierigkeit zu bewirken ist. Die erkaltete Masse wird mit Wasser auf geweicht und mit reiner Salpetersäure übersättigt. Wenn alles gelöst ist, bringt man auf ein bestimmtes Volumen und entnimmt nun 3 aliquote Teile.