128 Tierische Entleerungen. a) In dem einen Teil bestimmt man Chlor, indem man, wenn nötig, zuerst filtriert und in der heißen Flüssigkeit mit Silbernitrat fällt, so lange im Kochen erhält, bis sich der Niederschlag gut zusammengeballt hat, dann rasch filtriert, mit heißem, destilliertem Wasser auswäscht und nach dem Trocknen das Chlorsilber im Porzellantiegel glüht und wägt (vergl. unter „Untersuchung der Pflanzenasche“). ß) Den zweiten Teil bringt man in einer Porzellanschale zur Trockne, dampft einmal mit Salzsäure zur Trockne ab, erhitzt eine halbe Stunde im Luftbade und scheidet auf diese Weise die Kieselsäure ab. Alsdann wird mit heißer, verdünnter Salzsäure aufgenommen, filtriert, ausgewaschen und im Filtrat die Schwefelsäure mit Chlorbaryum gefällt. Von der so gefundenen Schwefelsäure ist die fertig ge bildete (vergl. 4.) abzuziehen und der Rest auf Schwefel in organischer Verbindung zu berechnen. y) Im dritten Teil scheidet man ebenfalls durch Eindampfen zur Trockne die Kieselsäure ab, nimmt dann jedoch mit Salpetersäure auf und bestimmt, nachdem man filtriert und ausgewaschen hat, im Filtrat die Phosphorsäure nach dem Molybdänverfahren (vergl. unter „Düngemittel“). d) Der Rest des trocknen Düngerauszuges wird unter den nötigen Vorsichts maßregeln (s. Darstellung der Pflanzenasche) verbrannt und von der Asche werden etwa 3 g zur Bestimmung von Kieselsäure, Eisenoxyd, Kalk, Magnesia, Kali und Natron benutzt, wobei man ganz dieselben Verfahren an wendet, wie sie für die Untersuchung einer an Kieselsäure armen Pflanzenasche weiter unten angegeben sind. B. Untersuchung des festen Anteiles. Der in Wasser unlösliche Teil des Stallmistes ist, nach dem Trocknen und gleichförmigen Zerkleinern der Masse, in ähnlicher Weise der chemischen Unter suchung zu unterwerfen, wie der lösliche Teil. 1. Wasser. In 5—10 g der Masse wird durch Trocknen bei 105—110° die noch vorhandene Feuchtigkeit und daraus, wie bereits bemerkt, der Feuchtig keitsgehalt der zuerst nach dem Auswaschen an der Luft getrockneten Masse in der hei „Grünfutter“ unter Abschnitt „Futtermittel“ angegebenen Weise berechnet. 2. Asche. Die oben zur Wasserbestimmung benutzten 5—10 g können durch vorsichtiges Verbrennen zur Gesamtasche-Bestimmung dienen. Die so erhaltene Asche dient auch zur Ermittelung des etwaigen Kohlensäure gehaltes, sowie des Chlors, wenn letzteres vielleicht in geringer Menge zugegen ist. Außerdem kann man die sandigen Beimengungen bestimmen, indem man den in Salpeter säure unlöslichen Teil der Asche mit kohlensaurem Natrium und etwas Natronlauge aus- kocht, damit fast bis zur Trockne eindampft, hierauf den Rückstand mehrmals mit heißem Wasser auswäscht und nach dem Glühen wägt. Die Behandlung des in Säuren unlöslichen Rückstandes in gewöhnlicher Weise mit einer konzentrierten Lösung von kohlensaurem Natrium genügt oft nicht, um die Gesamtmenge der Kieselsäure von den sandigen Bestandteilen der Asche zu trennen. Jedoch muß man beachten, daß von der Natronlauge manchmal auch etwas tonige Masse gelöst wird; es ist daher zu empfehlen, die Lösung nach der Abscheidung der Kieselsäure noch auf Tonerde zu prüfen. 3. Stickstoff. Zur Bestimmung des hier nur in organischer Verbindung vorhandenen Stickstoffs werden 1—2 g der Masse nachKjeldahl verbrannt (vergl- unter „Künstliche Düngemittel“). 4. Schwefel. Die Menge des organisch gebundenen Schwefels ist ih derselben Weise zu ermitteln, wie oben unter A. 5. c angegeben wurde. Mah verwendet hierzu 3—4 g der fein gepulverten Masse. Fertig gebildete Schwefel' säure wird so gut wie gar nicht vorhanden sein und bleibt daher unberücksichtigt