220 Puttermittel. 2 g Substanz werden in einem Becherglase mit etwa 430 ccm Wasser, 1 g Pepsin und 20 ccm 10 °/ 0 -iger Salzsäure versetzt und das Gemisch in einem Wasser bade oder Brutschränke bei 38—40° unter wiederholtem ümrtlhren 48 Stunden lang behandelt; nach 16, 24 und 48 Stunden setzt man jedesmal weitere 10 ccm der 10 °/ 0 -igen Salzsäure zu, so daß die Flüssigkeit gegen Ende der Behandlung rund 1 °/ 0 Salzsäure enthält. Die so behandelte Masse wird in der Regel durch ein Asbestfilter filtriert; man legt in einen Glastrichter einen aus Messingdrahtgewebe hcrgestellten Konus, darauf wenig grobfaserigen und zuletzt geschlämmten, feinen Asbest; für schleimige Stoffe, wie Leinkuchenmehl, verwendet man besser ein Faltenfilter von ausgewaschenem Filtrierpapier mit bekanntem Stickstoff-Gehalt. Wir bedienen uns für diese und andere schwer filtrierbaren Lösungen von organischen Stoffen, z. B. auch für Bestimmung der löslichen Kohlenhydrate, der Eohfaser mit bestem Erfolg der vorstehenden Vorrichtung (Fig. 33, S. 219). In den Trichter auf dem zu evakuierenden dickwandigen Erlenmeyer-Kolben gibt man einen Porzellanteller von etwa 65 mm Durchmesser mit ziemlich weiten') Löchern und schüttet auf den Teller unter Anwendung der Wasserstrahlpumpe feinfaserigen, in Wasser verteilten Asbest gleichmäßig so viel und so lange, bis sich eine klar filtrierende Schicht gebildet hat. Hierzu ist durchweg nur eine verhältnismäßig dünne Lage Asbest er forderlich. Nach beendeter Filtration und Auswaschung läßt sich das Asbestfilter nebst Rückstand, nachdem man den Porzellanteller durch Einführung eines Glasstabes von unteu in den Trichter gelockert und herausgenommen hat, leicht quantitativ abtrennen und direkt nach Kjeldahl verbrennen. Wenn man in vorstehender Weise den Magensaft einwirken läßt, findet man nach G. Kühns eingehenden Untersuchungen die sämtlichen verdauungsfähigen, stickstoffhaltigen Bestandteile der gewöhnlichen Futtermittel. Die weitere von A. Stutzer empfohlene 6-stündige Behandlung des Rückstandes (mit Filter) mit 100 ccm alkalischem Pankreassaft nach der Pepsinverdauung — vergl. unter Lösungen No. 17 b am Schluß — bei 37 bis 40° ist nicht notwendig, zumal es sich dabei nicht um eine spezifische Pankreasverdauung, sondern lediglich um eine lösende Wirkung der in der Pankreasflüssigkeit enthaltenen Soda handelt. Die verschiedenen Ergebnisse, welche durch vergleichende Versuche über die künstliche und natürliche Verdauung von den Versuchs-Stationen Göttingen 2 ) und Hohenheim 3 ) erzielt wurden, haben darin ihren Grund, daß man die Pepsinflüssigkeit nicht in genügender Menge — nur 250 ccm — und in nicht genügender Zeit — nur 24 Stunden — ein wirken ließ. 4 ) IV. Bestimmung des Fettes. 1. Bestimmung des Eolifettes (bezw. Ätherauszuges). 5 oder 10 g der ge mahlenen oder gut gepulverten Substanz werden in eine fertige, unten geschlossene Papierhülse (von Schleicher und Schul] in Düren) oder in eine aus fettfreiem Fließpapier hergestellte Hülse gebracht, welche in der Weise hergestellt wird, daß man um ein zylindrisches Holzstüek, dessen Durchmesser 4 mm geringer ist ') Ist der Porzellanteller fein durchlöchert, so geht die Filtration nicht so rasch von statten. 3 ) Chem.-Zeitung 1882, (i, 1249; Journ. f. Landwirtschaft 1883, 31, 221 u. 343; 1886, 84, 439; ferner Landw. Versuchs-Stationen 1887, 34, 456. 3 ) Tageblatt der deutschen Naturforscher und Ärzte in Wiesbaden 1887, S. 362. 4 ) Auf eine Arbeit von W. Wiebe 1 (Landw. Jahrbücher 1890, 19, 149), welcher dem Verfahren nur einen konventionellen Wert zuschreibt und glaubt, daß man die Pepsin- Verdauung durch vorheriges Kochen mit verdünnter Salzsäure bei darauffolgender Behand lung mit Pankreasflüssigkeit umgehen kann, sei nur verwiesen.