258 Futtermittel. ammoniakfreie Luft durch, indem man die aus dem Kolben austretende Luft durch verdünnte Schwefelsäure streichen läßt. Letztere versetzt man nach hinreichendem Durchleiten von trockner, amraoniakfreier Luft mit überschüssiger, gebrannter Magnesia, destilliert mit vorgelegtem Kühler, indem man die Dämpfe in titrierter Schwefelsäure auffängt und diese wie üblich zurücktitriert. Auf diese Weise erfährt man den flüchtigen Ammoniak-Stickstoff, den man zu dem in der lufttrocknen, gepulverten Substanz gefundenen Stickstoff hinzuaddiert, um die gesamte Menge Stickstoff zu erhalten. Hierbei muß man selbstverständlich den in der lufttrocken gemachten Substanz gefundenen Stickstoff erst auf die frische natürliche Substanz urarechnen und zu diesem den für die frische Substanz gefundenen Ammoniak- Stickstoff hinzuaddieren. 2. Freie Säuren. 100 g oder 200 g des tunlichst fein zerschnittenen, gut gemischten Sauerfutters werden in einen weithalsigen 1 oder 2 Liter-Kolben gebracht, mit Wasser bis zur Marke aufgefüllt und unter öfterem tüchtigen Umschütteln mehrere Stunden stehen gelassen. Darauf filtriert m^n 100 oder 200 ccm ab und titriert mit Alkalilauge unter Anwendung von Phenolphthalein als Indikator. Die gefundene Menge Säure rechnet man je nach dem Vorwalten der einen oder anderen auf Essigsäure oder Milchsäure um (1 ccm N.-Alkalilauge entspricht 0,060 g Essigsäure oder 0,090 g Milchsäure). Um über die Natur der Säuren Aufschluß zu erhalten, werden 200 ccm des Filtrats mit vorgelegtem Kühler — am besten unter Einleiten von Wasserdampf ■— bis auf etwa 100 ccm abdestilliert, das Destillat in derselben Weise mit Alkali lauge titriert und diese Säure als freie Essigsäure berechnet. Die rückständigen 100 ccm werden mit 150 ccm Wasser verdünnt, mit etwas Schwefelsäure wie vorhin destilliert, das Destillat wieder titriert, um so die Menge der gebundenen flüchtigen Säure (Essigsäure) zu finden. 3. Fett. Der Ätherauszug der getrockneten Sauerfuttermasse schließt stets mehr oder weniger freie organische Säuren hezw. aromatische Stoffe ein. Um diese annähernd aus dem Fett zu entfernen, wird der Ätherauszug wiederholt mit kochend heißem Wasser durchgeschüttelt, filtriert und das rückständige, an der Luft abgetrocknete Fett wieder in Alkohol oder Äther gelöst, letztere verdunstet und der Rückstand, nach hinreichendem Trocknen bei 90—100°, ge wogen. III. Schlempe, Pülpe, Treber, Trester usw. Für die Probenahme ist zu berücksichtigen, daß der Inhalt der Bottiche bezw. Gefäße, worin sich diese dickflüssigen Massen befinden, tüchtig durchgerührt und die Probe wegen ihrer leichten Zersetzlichkeit, besonders im Sommer, alsbald nach d§r Entnahme untersucht werden muß. 1. Wasser. Nur die Treber und Trester lassen sich durch flaches Aus- breiten in großen Schalen bei etwa 50—60° vortrocknen und dann wie bei No. I Grünfutter weiter behandeln. Man wendet für den Zweck 1,0—1,5 kg frische Treber an. Bei den verschiedenen Schlempesorten ist ein Vortrocknen bei etwa 50° meistens nicht möglich, weil sie nach dem Trocknen so fest an den Wandungen der Porzellanschalen haften, daß die eingetrocknete Masse kaum mit mechanischen Hilfsmitteln von den Wandungen loszutrennen ist. Man verfährt daher hei diesen Futtermitteln zur Wasserbestimmung zweck mäßig in der W T eise, daß man etwa 50—100 g der gut durchgeschüttelten hezw- gut durchgemischten Masse in einer flachen, wenn nötig mit geglühtem Sand be