Ölkuchen, Kleie und sonstige Abfälle. — Knochenfuttermehl oderKutterkalkphosphat. 283 L erfahren. Bei den Ölkuchen pflegt meistens nur der Gehalt an Protein und Fett bestimmt zu werden; hei den Kleien empfiehlt sich auch noch die Bestimmung der Rohfaser, weil deren Menge für den Futterwert der Kleie von Belang ist; je höher die Rohfaser, desto geringwertiger ist durchweg die Kleie. In vielen Fällen handelt es sich hei Untersuchung dieser Abfälle auch um die Frage der Unverdorhenheit und Reinheit. Die Frage, oh diese Futtermittel verdorben oder unverdorben sind, läßt sich bis jetzt nur annähernd und relativ beurteilen; einige Anhaltspunkte liefert die Prüfung auf Schimmel- und Fäulnispilze nach dem Verfahren von A. Emmer- kj n g (S. 253) oder die Bestimmung des Gehaltes des Fettes an freien ■rettsäuren (S. 223); über die Frage der Reinheit oder Verfälschung gibt die chemische Untersuchung nur in seltenen Fällen sicheren Aufschluß. Ist z. B. ein Ölkuchen oder ölkuohenmehl durch Mehlabfälle verfälscht, so kann der Gehalt an Krotein und Stärke als Anhaltspunkt dienen; ist eine Kleie mit gemahlenen Reis schalen oder sonstigen rohfaserreichen Abfällen versetzt, so führt eine Bestimmung 1 er Rohfaser zum Ziel. Hat z. B. eine Roggenkleie einen Gehalt von 17,50 °/ 0 Rohfaser ergeben und ls t durch die mikroskopische Untersuchung ein Zusatz von Reisschalen erwiesen, 1°, ^rechnet sich, da normale Roggenkleie etwa 6,15 °/ 0 , Eeisschalen dagegen etwa 34,95 °/ 0 Rohfaser, also 34,95 — 6,15 = 28,80 °/ 0 mehr enthalten, in der untersuchten ;°ggenkleie aber 17,50 — 6,15 = 11,35 % Rohfaser mehr als normal gefunden worden Sln d, die Größe des Zusatzes nach der Gleichung; , 28,80 : 11,35 = 100 : x (= 39,4), ( ' b. die Roggenkleie ist in diesem Palle mit etwa 39,4 °/ 0 Eeisschalen verfälscht • h ri en ‘ den natürlichen Schwankungen der Rohfasergehalte sind diese Werte a 01 nilr annähernde. die ( * en rae i s t en Fällen muß die Frage der Reinheit oder Verfälschung durch mikroskopische Untersuchung entschieden werden. X. Knochenfuttermehl oder Futterkalkphosphat. fi . ' ielfach wird hei jungen Tieren, besonders Schweinen, Kalkphosphat beige- U ttert Hty» Tr 1 -I •! 1 i *1 - 1 I. _ Wa Um ( ^ e Knochenbildung zu unterstützen. Als solche Mittel werden ange- „ 1 : natürliches und entleimtes Knochenmehl, Knochenasche, natürliche oder aus- du ' o Holzasche und besonders gefälltes (präzipitiertes) Kalkphosphat, erhalten nut K Auflösen von Knochenasche bezw. Rohphosphaten in Salzsäure und Fällen Süch «kmilch. Für die Handelswaren dieser Art hat der Verband landw. Ver s-Stationen i. D. R. folgende Begriffserklärung vereinbart: 1 ) der -pA nt . er Knochenfuttermehl oder Futterknochenmehl versteht nach gab ntwic klung, welche der Handel und Verbrauch dieser Futterbei- saure^ 611 ' 01111111611 ^ er kaufende Landwirt nur den gefällten phosphor- niciit n ( 'er zum größten Teil aus Dicalciumphosphat besteht, entl ■ a ' )er eine der Formen des Knochenmehles (rohes, gedämpftes, den vr ttltes ’ kalziniertes Knochenmehl), wie es zu Düngungszweoken in andel un b zum Verbrauch gelangt.“ mehl /' GC lt häufig bestehen aber die Knochenfuttermehle aus entleimtem Knochen- e H°lgte Ut '°/ 0 Stickstoff); wenn die Entleimung durch Schweflige Säure e üthäi t e ’ S ° en *halten dieselben auch mitunter Schweflige Säure; Knochenasche lucht selten viel kohlensauren Kalk; letzterer kann auch bei unrichtiger ) Landw. Versuchs-Stationen 1904, 60, 214.