Vollmilch. Bestimmung des Fettes. 461 außen in die Metallhillsen der Zentrifuge, wobei des Gleichgewichts wegen stets 2 Butyrometer einander gegenüberliegen müssen. Darauf schraubt man den Deckel der Zentrifuge fest zu, setzt die Zentrifuge in Bewegung (11) und hält sie 5 Minuten lang bei einer Umdrehungszahl (12) von etwa 700—800 in der Minute in Bewegung. Nach dieser Zeit hat sich das Fett in einer schön lichtbrechenden Schicht in dem Butyrometer abgeschieden (13). Man legt darauf die Butyrometer noch einige Minuten in ein Wasserbad von 60—70° (möglichst 65°, da auf diese Temperatur die Butyrometer justiert sind) und zwar so, daß möglichst auch die ganze Fettschicht in der Skala von warmem Wasser umgeben ist (14). Darauf werden die Butyrometer nach einander aus dem Wasserbade herausgenommen und nun rasch abgelesen, indem man das Butyrometer gegen das Licht hält, den Pfropfen etwas hereindrückt, bis die untere scharfe Grenze der Fettschicht dadurch genau mit einem Hauptteilstrich zusammenfällt und nun rasch die Höhe der Fettschicht in 1 / 10 Teilstrichen oder Graden abliest. Bei Vollmilch gilt der niedrigste, bei fettarmer Magermilch, Buttermilch oder Käse milch dagegen der mittlere Punkt des oberen Meniskus als 4er richtige Ablesungspunkt. Die abgelesene Anzahl Teilstriche oder Grade x - geben die Fettprozente an (also B. abgelesene Grade 36x 1 / 10 =B,5 Gewichtsprozent Fett). Die Ablesung kann mit Sicherheit auf 1 / 2 ° = 0,05 Ge wichtsprozent geschehen, also = 3,35 Gewichtsprozent Fett; 1 l g und 1 / 1 Grad lassen sich, besonders mittels einer Lupe, noch abschätzen. Man liest stets zweimal ab, wobei zu beachten ist, daß 4er untere Einstellungspunkt mit dem Pfropfen auch wirklich festgehalten wird. Stimmen zwei Ablesungen nicht unter einander, so setzt man das Butyrometer noch einmal kurze ■^eit ins Wasserbad und liest nochmals ab. Sind den Milchproben zur Frischhaltung zu große Mengen von Kaliumbichromat oder Formaldehyd zu gesetzt, so werden nach M. Siegfeld 1 ) die Fettbestimmungen ungenau. A. W. Kaniß 3 ) hat den Nachweis von nitrathaltigem Nasser mit der Fettbestimmung nach Gerber verbunden, indem, er einen geringen Zusatz von Formaldehyd macht; vergl. unten No. 14 b „Nachweis von Salpetersäure in der Milch“. Anmerkungen zu vorstehendem Verfahren: 1. Alle Reagenzien und die 1 c li sollen eine Temperatur von möglichst nahe 16° haben. 2. Die Schwefelsäure soll bei 15° ein spezifisches Gewicht von 1,820—1,825, n sprechend 90—91 °/ 0 reiner Schwefelsäure oder 1650—1660 g H 2 S0 4 im Liter haben, mse Säure paßt für die gehaltreichsten Milchsorten; nach 31. Siegfeld (Zeitschr. f. Unter- q c lun g d. Nahrungs- u. Genußmittel 1903, (i, 259) genügt eine Säure von 1,810 spezifischem wwiclit; bei stärkerer Säure tritt leicht Pfropfenbildimg ein. v 3 - Für Massenuntersuolumgen werden automatische Abmeßvorriohtungen von SC ue 4ener Einrichtung empfohlen. ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1903, 6, 397. ) Molkerei-Ztg. Berlin 1901, 11, 374. Fig. 253. Normal - Butyrometer nach Gerber.