Butter und Butterschmalz. 549 Schmelzen des Chlorsilbers und wägt nach dem Erkalten. Jedem Gramm Chlorsilber entsprechen 0,247 g Chlor oder 0,408 g Chlornatrium. b) Maßanalytisch. Man versetzt den wässerigen Aschenauszug bezw. einen abgemessenen Teil desselben mit 1—2 Tropfen einer kalt gesättigten Lösung von neutralem, gelbem Kaliumchromat und titriert ihn unter fortwährendem sanften Um schwenken oder Umrühren mit 1 / 10 Normal-Silbernitratlösung; der Endpunkt der Titration ist erreicht, wenn eine nicht mehr verschwindende Eotfärbung auftritt. Jedem Kubikzentimeter 1 /lO Normal-Silbernitratlösung entsprechen 0,003545 g Chlor oder 0,00585 g Chlornatrium.“ Zur Bestimmung des Kaseins wird aus etwa 5—10 g Butter durch Be handlung mit Alkohol und Äther und darauffolgendes Filtrieren durch ein schwedisches Filter die Hauptmenge des Fettes entfernt. Im Filter nebst Inhalt bestimmt man nach Kjeldahl den Stickstoff und berechnet aus diesem durch Multiplikation mit 6,37 den Kaseingehalt der Butter. Zieht man von dem gefundenen Gehalte an „wasserfreiem Nichtfett“ die getrennt bestimmten Mengen Kasein-f- Mineralbestandteile ab, so bleibt in der Kegel ein kleiner Rest, zu dessen Bestandteilen die geringen in der Butter vorhandenen Mengen Milchzucker gehören. 3. Bestimmung des Fettes. Der Fettgehalt der Butter kann bestimmt werden: 1. Indirekt, indem man den Gehalt an Wasser + „wasserfreiem Nichtfett“ von 100 abzieht. 2. Dir eckt nach einem der ersten 3 folgenden Verfahren: a) Durch Eindampfen eines aliquoten Teiles der bei der Bestimmung des „wasserfreien Nichtfettes“ (Kasein + Milchzucker + Salze) erhaltenen, auf ein be stimmtes Volumen aufgefüllten Fettlösung. b) 5 g Butter werden in einer Porzellanschale geschmolzen und mit 20 g Gips gemischt, dann 6 Stunden lang bei etwa 100° getrocknet und das nach dem Erkalten erhaltene trockne Pulver mit absolutem Äther im Extraktionsapparate bis zur Er schöpfung ausgezogen. c) Nach Eöse-Gottlieb. A. Hesse 1 ) hat die Anwendung dieses Verfahrens (vergl. S. 453) für die Bestimmung des Fettes in der Butter vorgesohlagen. Er verfährt folgendermaßen: 1,5—2,0 g der gut durchgemischten Butter werden in einer ungefähr 3 cm langen halbzylindrischen, durch Aufspalten einer dünnwandigen Glasröhre erhaltenen Wägeform abgewogen und in den Gottliebschen Schüttel zylinder geschoben. Durch Zufügen von 8 ccm heißem Wasser — so daß man also ungefähr 10 ccm Flüssigkeit erhält — bringt man die Butter, nötigenfalls durch Einstellen des Zylinders in warmes Wasser, zum Schmelzen, mischt mit 1 ccm Ammoniak und darauf mit 10 ccm Alkohol gut durch, bis sich die Eiweißstoffe aufgelöst haben, und schüttelt dann, wenn sich die Mischung abgekühlt hat, mit -o ccm Äther und darauf mit 25 ccm Petroläther durch. Sobald die Fettlösung lar geworden ist, hebert man sie in ein Kölbchen ab, fügt nochmals 50 ccm Äther inzu, hebert wieder, ohne durchgeschüttelt zu haben, ab, schüttelt darauf mit ccm einer Mischung von gleichen Teilen Äther und Petroläther durch und fügt lese Lösung nach vollständigem Absetzen und Klarwerden zu den ersten beiden Ab- e erungen im Fettkölbchen; darauf verdunstet man den Äther, trocknet und wägt uas zurückbleibende Fett. , “) N. Gerber hat auch ein acidbutyrometrisches Verfahren zur Bestimmung des Fett- 11 Wassergehaltes der Butter ausgearbeitet. Nach H. Lübrig und F. Wiedmann 3 ) 9 Zoitsohr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1904, 8, 673. „ „ 9 Bericht des ehern. Untersuchungsamtes Chemnitz 1903; Zeitschr. f. Untersuchung ■ JNahrungs- und Genußmittel 1904, 8, 247.