Pflanzliche Speisefette und -öle. 587 kommt es auch unter der Bezeichnung „Salatöl, Tafelöl, Butterbl usw.“ als Speiseöl in den Handel. Das öl ist gekennzeichnet durch die Halphensche Reaktion, welche nach der Anlage d zu den Ausführungshestimmungen D zum Fleischbeschau-Gesetz vom 3. Juni 1900 wie folgt ausgeführt wird: „5 ccm Fett werden mit der gleichen Eaummenge Amylalkohol und 5 ccm einer 1 °/ 0 -igen Lösung von Schwefel in Schwefelkohlenstoff in einem weiten, mit Korkverschluß und weitem Steigrohre versehenen Eeagensglas etwa 1 j i Stunde lang im siedenden Wasserhad erhitzt. Tritt eine Färbung nicht ein, so setzt man nochmals 5 ccm der Schwefellösung zu und erhitzt von neuem 1 j i Stunde lang.“ Bei Gegenwart von Baumwollsamenöl tritt eine deutliche Entfärbung der Flüssig keit ein. Zu beachten ist, daß der die Halphensche Eeaktion verursachende Körper durch Erhitzen und sonstige Behandlung des Baumwollsamenöles mehr oder minder vollständig zerstört werden kann, 1 ) und daß ferner in Butter, Schweinefett und Kinderfett hei Fütterung der Tiere mit Baumwollsamenmehl die Halphensche Reaktion eintreten kann, ohne daß den Fetten Baumwollsamenöl beigemisoht ist. Nach J. Lewkowitsch 2 ) geben die Mehrzahl der Baumwollsamenöle, auch wenn in ihnen durch Erhitzen der die Halphensche Reaktion gebende Körper zerstört ist, eine positive Reaktion mit Salpetersäure (Haucheoornesche Reaktion). Dieselbe wird nach Lewkowitsch am besten in folgender Weise ausgeführt: Einige ccm Öl werden mit dem gleichen Volumen Salpetersäure vom spezifischen Gewicht 1,375 durchgeschüttelt und darauf einige Zeit —.-.bis 24 Stunden — stehen gelassen. Die meisten Baumwollsamenöle nehmen dabei eine kaffeebraune Färbung an. Da das Baumwollsamenöl bei der Raffination mit Alkalien behandelt wird, so ist der Säuregehalt der Handelsöle meist sehr gering. Die Jodzahl des Baumwollsamenöles beträgt im allgemeinen 105—117, die des Baumwollsamenstearins 89—104; die Jodzahl der flüssigen Fettsäuren '■ ist in frischen Ölen meist 146—152. 5. llüböl (Rapsöl, Kolzaöl). Als Ettböl (Rapsöl, Kolzaöl) kommt das Öl der Samen verschiedener Varietäten von Brassica campestris in den Handel. Diese öle sind gekennzeichnet durch eine verhältnismäßig niedrige Verseifungszahl (168—179), die durch den Gehalt des Öles an Erucasäure bezw. Erucin bedingt ist. Ferner soll das Rapsöl nach fr- Archbutt 3 ) auch Arachinsäure — er fand 1,4 °/ 0 enthalten. Die Jodzahl des EUböles beträgt 94—106. Die Verfälschungen des Rüböles bestehen vorwiegend in Zusätzen von trocknenden ölen (Leinöl, Mohnöl), die man durch die erhöhte Jodzahl erkennt, von Harzöl, das durch seine starke Rechtsdrehung (vergl. S. 525), und von Paraffinöl, das durch die Bestimmung des Unverseifbaren (vergl. S. 583) erkannt wird. (i. Sonstige Pflanzenöle. Außer den vorgenannten kommen noch eine Anzahl weiterer Pflanzenöle für Speisezwecke zur Verwendung, von denen hier noch genannt werden mögen; ö Vergl. K. Fischer u. H. Peyau, Beiträge zur Kenntnis des Baumwollsamenöles und der Halphenschen Reaktion. — Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genuß- mittel 1905, 9, 81. 2 ) J. Lewkowitsch, Chemische Technologie und Analyse der Öle, Fette und Wachse. Braunschweig, Pr. Vieweg & Sohn, 1905, 2, 107. 3 ) Journ. Soc. chem. Industry 1898, 17, 1009.