650 Rohstoffe und Erzeugnisse der Stärkefabrikation. die Kartoffeln in den unter Wasser befindlichen Korb g, der auch während des Wägens der Kartoffeln unter Wasser bleiben muß. Da die Kartoffeln jetzt weniger wiegen als das ursprüngliche Gewicht auf e, so legt man auf f so viel Gegen gewichte, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Letztere Gewichte geben den Gewichtsverlust der Kartoffeln unter Wasser an oder, da Grammgewichte = Kubik zentimetern sind, ihr Volumen; indem man die Gewichte in f von denen auf e ab zieht, erfährt man das Gewicht der Kartoffeln unter Wasser und berechnet aus diesen Zahlen wie oben das spezifische Gewicht. Die Wägungen müssen in destilliertem oder doch Eegenwasaer von 17,5° aus geführt werden; auch muß der Korb bei dem Wägen der Kartoffeln über Wasser und bei dem Wägen unter Wasser gleichtief in Wasser eintauchen. Dieses wird am einfachsten dadurch erreicht, daß man das Gefäß a stets mit Wasser gefüllt hält; das beim Einbringen der Kartoffeln in den untersten Korb überschüssig vorhandene Wasser läßt man entweder bei b oder auch durch einen am Boden befindlichen Hahn ausfließen. Die genaue Ein stellung des ursprünglichen Gewichtes von 5 oder 10 kg kann durch Schnitte von Kartoffeln geschehen, dagegen dürfen naßfaule, erfrorene, kranke oder verdorbene, oder unreife, verschrumpfte oder stark gekeimte Kartoffeln nicht verwendet werden; die Tabellen gelten nur für gesunde Kartoffeln. Die vielfach verwendeten Kartoffelwagen von Hurtzig, Reimann u. a. be ruhen auf demselben Grundsatz. Den Faser- bezw. Trebergehalt der Kartoffeln kann man nach 0. Saare in der “Weise bestimmen, daß man 3 g der lufttrocknen Substanz nach S. 239 auf schließt, die Stärke verzuckert, den Rückstand auf einem getrockneten und ge wogenen Filter sammelt, bei 106° wägt und verascht. Wenn man in dem auf gleiche Weise erhaltenen Rückstand einer 2. Probe den Gehalt an Stickstoff be stimmt und den Gehalt an Protein (N x 6,25) wie an Asche von dem Gesamt- Rückstand abzieht, erhält man den Gehalt an Fasern bezw. Trebern. 2. Getreidearten. Als Getreidearten zur Herstellung von Stärkemehl kommen in Deutschland vorwiegend Weizen, Reis und Mais in Betracht, vereinzelt auch Roggen und Gerste. Als sonstige Rohstoffe werden auch wohl Roßkastanien an gewendet, die aber behufs Entfernung der anhaftenden Gerbsäure erst mit Soda be handelt werden müssen. Über die allgemeine chemische Untersuchung der Getreide arten vergl. S. 208—251 und die chemische Bestimmung der Stärke S. 239 u. ff. L. Gianturco 1 ) hat vorgeschlagen, die Stärke in Wasser zu verteilen, die Flüssigkeit mit einer Alaunlösung von bestimmtem Gehalt und dann mit über schüssigem Ammoniak zu versetzen. Das gefällte Aluminiumhydroxyd reißt die in der Schwebe befindliche Stärke mit nieder; der gesamte Niederschlag wird filtriert, getrocknet, gewogen, geglüht und wieder gewogen. Durch Abzug der der zu gesetzten Alaunlösung entsprechenden Menge Aluminiumoxyd erhält man die Menge Stärke + Asche derselben und nach dem Veraschen auch die der Stärke an haftende Asche. 0. Saare * 2 ) hat für die Untersuchung des zur Stärkefabrikation zu verwendenden Weizens die Bestimmung des Klebers und der Treber mit der der Stärke zu verbinden versucht. Das Verfahren wird wie folgt ausgeftihrt; 50 g Weizen werden bis zur Quellreife eingequellt, bei täglicher Erneuerung des Wassers (im Sommer 2, im Winter 3 Tage) stehen gelassen und in einer Reibschale gut zerquetscht. Der Brei wird durch ein Seidengazesieb (No. 15) ausgewaschen und die Stärkemilch in einem Zylinder gesammelt. Nachdem sich die Stärke abgesetzt hat, wird das Wasser ab J ) Chem.-Ztg. 1900, 24-, Repertorium 208. 2 ) Zeitschr. f. Spiritusindustrie 1901, 24, 59.