Untersuchung des Bieres. 739 Trockne verdampft und dieser Rückstand langsam in schmelzenden Natronsalpeter eingetragen. ­ In der Schmelze wird die Schwefelsäure quantitativ bestimmt und daraus das Saccharin berechnet. 1 Teil Baryumsulfat = 0,7857 g Saccharin, d. h. Benzoesäuresulfimid C 0 H 4 < go > NH. In dem salzsauren Filtrat von der Baryurasulfat-Fällung kann man unter Umständen bei vorsichtigem Schmelzen nach Ausschütteln mit Äther auch qualitativ noch Salizylsäure nachweisen. 16. Prüfung auf Bitterstoffe und Alkaloide. Ein kurzes, als Vorprüfung anwendbares ­ Verfahren hat Dietsch angegeben: Man gibt zu etwa 50 ccm Bier so lange Bleiessig, bis kein Niederschlag mehr erfolgt, läßt diesen absitzen und prüft die darüberstehende Flüssigkeit auf Geschmack. Dieselbe soll nicht mehr bitter schmecken, wenn nur Hopfen verwendet worden war (da das Hopfenbitter durch Bleiessig gefällt wird), während bei Verwendung von anderen Bitterstoffen die Flüssigkeit bitter bleibt. Auf Pikrinsäure wird nach Vitali folgendermaßen geprüft: Man schüttelt 10 ccm Bier mit 5 ccm Amylalkohol aus, verdunstet diesen und behandelt den Rückstand mit Cyankalium oder Schwefelammonium in der Wärme, Das Eintreten einer blutroten Färbung zeigt die Anwesenheit von Pikrinsäure an. Nach Dragendorff verfährt man folgendermaßen: 2 1 Bier werden auf dem UVasserbade bis etwa zur Hälfte eingedampft, dann mit möglichst basischem Bleiessig ­ so lange versetzt, als ein Niederschlag entsteht. Die Flüssigkeit wird abfiltriert (der Niederschlag nicht ausgewaschen), mit Schwefelsäure das überschüssige Blei entfernt, mit Ammoniak fast neutralisiert und auf 250—300 ccm eingedampft. Darauf wird mit starkem Alkohol ausgeschüttelt, 24 Stunden am kühlen Ort absitzen gelassen und filtriert. Das Filtrat wird eingedunstet, der wässerige Rückstand Wehrmals mit farblosem, bei 80° siedendem Benzin ausgeschüttelt. Nachdem das Benzin bei möglichst niedriger Temperatur abgedunstet ist, enthält der Rückstand wöglicherweise Brucin, Colchicin (bei Anwendung von Herbstzeitlose), Strychnin, Eolocynthin (Coloquinten) und Lupulin (Hopfen). Man teilt denselben in 3 Portionen, setzt zu der einen Salpetersäure von 1,33—1,40 spezifischem Gewicht, worauf Brucin durch starke Rotfärbung angezeigt wird, Colchicin sich dagegen durch violette Farbe zu erkennen gibt (Lupulin zeigt eine ähnliche Färbung). Zur zweiten Dortion gibt man konzentrierte Schwefelsäure, womit Colooynthin Rotfärbung bewirkt; zur dritten Portion gibt man konzentrierte Schwefelsäure und ein Körnchen Raliumbichromat, wodurch Strychnin mit stark purpurvioletter Farbe angezeigt wir d. Die mit Benzin ausgeschüttelte Flüssigkeit selbst wird von Benzin befreit und dann mit Amylalkohol ausgeschüttelt. Die Lösung des Amylalkohols soll nahezu farblos sein und nicht bitter schmecken. Hinterläßt sie beim Verdunsten auf dem Uhrschälchen feine weiße kristallinische Ausscheidungen, so läßt sich auf Pikrotoxin schließen; eine gelbe, safranartige Masse zeigt Aloe an. Die obige, von Amylalkohol befreite Flüssigkeit wird dann zum dritten Male und zwar mit Äther ausgeschüttelt, welcher Absinthin (Wermutkraut) aufnehmen würde, das nach dem Verdunsten des Äthers und nach Zusatz von konzentrierter chwefelsäure sich durch eine Braunfärbung zu erkennen gibt, die durch Rot in lauviolett übergeht. Nach der Ätherausschüttelung kann die Flüssigkeit noch Vuassiin, Menyanthin und Gentipikrin (Enzianbitter) enthalten. Ein stark bitterer eschmack läßt das Vorhandensein derselben vermuten. Glaubt man einen der , 0 uufgefunden zu haben, so ist sehr zu empfehlen, einen Vergleich mit wirklich ueiuem Bier anzustellen. 47*