<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Joseph</forname>
            <surname>König</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>883823179</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>84 
Untersuchung von Boden. 
Wachstum beeinflussenden Faktoren — den Boden auf seine chemische Zusammensetzung 
und diejenigen physikalischen Eigenschaften zu prüfen, welche für das Plianzenwachstum 
besonders wichtig sind. 
Soll aber die Untersuchung einwurfsfreie Ergebnisse liefern, so ist es vor allem 
geboten, bei der Entnahme der Proben die größte Sorgfalt und alle Vorsichtsmaßregeln zu 
beachten, um ihnen den Charakter der Durchschnittsproben zu sichern. 
Zu dem Zweck stellt man zunächst durch Beobachtung des augenblicklichen 
Pfianzenwnohses und der äußeren Bodenbeschaffenheit fest, ob die in Betracht kommenden 
Ländereien 
a) eine einheitliche Beschaffenheit besitzen, 
b) bedeutende Verschiedenheiten aufweisen. 
Im Falle a verteilt mau die Probenahme gleichmäßig über die ganze Fläche in der 
Weise, daß mau an möglichst vielen Stellen die lebende Bodennarbe möglichst flach 
abschält und 
1. Proben von etwa 1—2 kg von der Oberfläche bis zu 20 cm Tiefe, 
2. Proben von etwa 1—2 kg von 20 cm Tiefe bis zur Sohlentiefe der vorhandenen 
oder noch zu ziehenden Entwässerungsgräben aushebt. 
3. Für den Fall, daß die Gräben überall oder an einzelnen Stellen schon in den 
mineralischen Untergrund einsohneiden, hält man den (ebenfalls einzusendenden) 
mineralischen Teil (Probe 3) von dem moorigen Teil der Probe 2 gesondert. 
Sämtliche Binzelprobeu aus der Oberflächenschicht (unter 1) werden auf das sorg 
fältigste durcheinandergemischt, daraus wird ein Durchschnittsmuster von mindestens 2-—3 kg 
entnommen und in einen vorher mit unauslöschlicher Farbe benummerten reinen Beutel 
verpackt. Ebenso gewinnt man je eine Durchschnittsprobe aus den tieferen Schichten 
(unter 2 und 3). 
Im Falle b verfährt man auf jeder einzelnen der untereinander verschiedenen 
Flächen für sich genau wie auf Fläche a und entnimmt somit weitere Durchschnittsproben: 
la, 2 a usw., 1b usw. 
Ist der Moorstand geringer als 20 cm, so ist in der angegebenen Weise je eine 
Durchsohnittsprobe aus der eigentlichen Moorsohicht und aus dem mineralischen Untergrund 
zu nehmen. 
Finden sich in der Nähe des Moores oder in erreichbarer Tiefe des Untergrundes 
mineralische Bodenarten: Sand, Lehm, Mergel, Wiesenkalk und der gl., die möglicherweise 
für die Meliorierung des Moorbodens Bedeutung gewinnen könnten, so sind auch hiervon 
Durchschnitteproben von 1—l , / a kg zu entnehmen und mit einer genauen Beschreibung der 
Lagerungsverhältnisse, des räumlichen Umfanges usw. zu versehen. 
Die Proben sind in frischem Zustand, gut und jede für sich verpackt, zur 
Untersuchung einzusenden. 
Es ist wünschenswert, daß von jeder zu untersuchenden Fläche ein etwa 3 dm langes 
und breites Stück der ursprünglichen Bodennarbe (Gras-, Heide-, Moosnarbe oder dergleichen) 
mit den darauf befindlichen Pflanzen in unverletztem Zustand eingesandt wird. Die Aus 
wahl des Narbenstückes ist so zu treffen, daß dadurch eine einigermaßen richtige Vorstellung 
von dem durchschnittlichen gegenwärtigen Pflanzenbestand der Moorfläche gewonnen werden 
kann. Ist dieser Bestand sehr verschieden, so sollten, falls nicht überhaupt Fall b der 
Probenahme Platz greift, mehrere Narbenproben von derselben Fläche eingesandt worden. 
Die Narbenproben werden am zweckmäßigsten nach der Entnahme mit einer Bezeichnung 
versehen, in besondere Kistchen verpackt und möglichst bald mit der Post abgeschiokt, 
damit die Pflanzen in noch erkennbarem Zustande eintreffen. 
Wenn die Anlage von Dauerweiden oder Wiesen beabsichtigt wird, so ist es von aller 
größter Wichtigkeit, mehrere derartige Narbenstücke von jeder Fläche einznsenden, und 
zwar bei Unterschieden im Niveau der einzelnen Fläche mindestens je eines von dem 
höheren und von dem tieferen Teile. Befinden sich in der Nähe auf demselben Boden 
gute Dauerweiden oder Wiesen, so ist es sehr erwünscht, daß auch von diesen eine kenn 
zeichnende Narbenprobe oder eine etwa 1 kg große Durchschnittsprobe des Heus eing@' 
reicht wird.</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
