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        <title>Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe</title>
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            <forname>Joseph</forname>
            <surname>König</surname>
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      <div>246 
Futtermittel. 
Wasser], filtriert durch ein gewogenes Filter und kocht den Eückstand noch zweimal 
mit demselben Volumen Wasser 1 / 2 Stunde, bringt alles auf ein getrocknetes, gewogenes 
Filter, wäscht mit heißem und kaltem Wasser, zuletzt mit Alkohol und Äther aus, 
trocknet, wägt und verascht. Filterinhalt minus Äsche ergibt die Menge Eoh- oder 
Holzfaser. 
Diese Ausführungsweise nimmt jedoch wenigstens 2 Tage in Anspruch; 
Fr. Holdefleiß 1 ) und H. Wattenberg 2 ) haben daher andere Ausführungsweisen 
in Vorschlag gebracht, welche schneller zum Ziele führen und von denen hier das 
Verfahren von Fr. Holdefleiß, weil wohl am meisten in Gebrauch, näher be- 
schrieben werden mag. 
In den engen, konisch 
auslaufenden Hals eines hirn 
förmigen Gefäßes A (Fig. 40) 
von etwa 250—280 ccm In 
halt bringt man ein Büschel 
von ausgeglühtem, lang 
faserigem Asbest, den man 
fest in die Spitze ansaugt. In 
dieses Gefäß werden 3 g der 
lufttrocknen Substanz ein 
gefüllt und 200 ccm einer 
kochenden Flüssigkeit darauf 
gegossen, die 50 ccm einer 
5 °/ 0 -igen Schwefelsäure (ver 
gleiche vorstehend) enthält; 
das Gefäß wird mit einem 
Tuche dicht umwickelt, um 
W ärmeausstrahlung tunlichst 
zu verhindern, und hierauf 
durch das Glasrohr c bis auf 
den Boden Dampf eingeleitet, 
der in C entwickelt wird. 
Durch Eegelung der Flamme 
unter C hat man es in der Hand, 
Hg. 40. Apparat zur Rolifaser-Bestlmmung nach Holdefleiß. e j n jpinauggehleudern sowie 
Zurücksteigen der kochenden 
Flüssigkeit in A zu verhindern. Letztere Gefahr wird auch durch Anbringung eines 
U-förmig gebogenen Kugelrohres hei C beseitigt. Nach genau 1 / 2 Stunde wird das Kochen 
durch Abstreifen des Schlauches d vom Glasrohr c unterbrochen und die kochend 
heiße Flüssigkeit durch Verbindung von b mit einer kräftigen Luftpumpe in das 
darunter befindliche Gefäß B abgesaugt. Diese Behandlung wird zweimal mit heißem 
Wasser wiederholt, darauf wird mit 200 ccm einer l,25°/ 0 -igen Kalilauge (vergl. 
vorstehend) gekocht und dann wiederum zweimal mit derselben Menge Wasser ge 
kocht und mit heißem Wasser nachgewaschen. 
Schließlich wird der Birnenrückstand zwei- bis dreimal mit Alkohol und 
Äther nachgewaschen und samt Gefäß A getrocknet. Die trockne Masse bringt 
man in eine Platinschale, trocknet nochmals bei 100—105°, läßt erkalten und wägt. 
J ) Landw. Jahrbücher 1877, Suppl.-Bd. S. 103. 
2 ) Journ. f. Landwirtschaft 1880, 21, 273.</div>
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