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        <title>Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe</title>
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            <forname>Joseph</forname>
            <surname>König</surname>
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      <div>Käse.

507

mit  20—30  g  ausgeglühtem  Sand  und  einem  Glasstäbchen  beschickten  Platinschale
mit  dem  Sande  innig  vermischt  und,  wenn  möglich,  unter  zeitweiligem  Umrühren
bei  100—105°  oder  noch  besser  im  Vakuum  bei  100°  bis  zum  gleichbleibenden
Gewicht  getrocknet.
K.  Windisch 1 )  empfiehlt,  nur  1—2  g  Käse  und  auf  je  1  g  Käse  10  g  Sand  zu
verwenden,  im  Wasserdampf-Trockenschranke  zunächst  10  Minuten  zu  trocknen,  dann  nochmals ­
  zu  verreiben,  wiederum  2  Stunden  zu  trocknen,  zu  wägen  und  dann  zur  Kontrolle
nochmals  1 / 2  Stunde  zu  trocknen.
Das  von  Alex.  Müller’ 2 )  vorgeschlagene  Verfahren  zur  gleichzeitigen  Bestimmung ­
  von  Fett  und  Wasser  dürfte  für  praktische  Zwecke  wohl  zu  umständlich
sein;  es  mag  daher  hier  nur  darauf  verwiesen  werden.
2.  Bestimmung  des  Bettes.  Zur  Bestimmung  des  Fettes  dienen  folgende  Verfahren ­
  :
a)  Ausziehen  des  getrockneten  Käses  mit  Äther.  Man  bringt  etwa
3—5  g  Käsemasse  in  einen  Mörser,  auf  dessen  Boden  sich  eine  entsprechende
Menge  geglühter  Sand  befindet,  und  erwärmt  den  Mörser  einige  Stunden  im  Wasserdampf-Trockenschranke. ­
  Darauf  zerreibt  man  die  Masse  mit  Sand,  füllt  diese
Mischung  in  eine  fettfreie  Papierhülse,  spült  die  Schale  mit  Äther  aus  und  zieht
die  Mischung  4  Stunden  im  Fettextraktionsapparat  mit  Äther  aus.  Darauf  wird
der  Inhalt  der  Papierhülse  nochmals  fein  zerrieben  und  abermals  etwa  2  Stunden
ausgezogen.  Nach  dem  Abdestillieren  des  Äthers  wird  der  Rückstand  1  Stunde  im
Dampftrockenschranke  getrocknet  und  darauf  gewogen.
Aus  Magerkäse  wird  nach  M.  Siegfeld 3 )  aber  trotz  zweimaligen  Ausziehens  nicht
die  gesamte  Fettmenge  gewonnen.
Bei  überreifen  Käsen  und  solchen,  welche  Zusätze  (Kräuter  usw.)  erfahren  haben,
empfiehlt  A.  Devarda 4 )  das  Rohfett  durch  Auflösen  in  kaltem  Äther  zu  reinigen,  wobei
Nichtfette,  die  in  warmem  Äther  löslich  waren.  Zurückbleiben.
h)  Ausschütteln  der  mit  Salzsäure  gekochten  Käsemasse  mit
Äther.  Stefan  Bondzynski 5 )  hat  das  Verfahren  zur  Fettbestimmung  in  der
ÄfiIch  von  W.  Sohmid  und  Stan.  Bondzynski  (vergl,  S.  455)  auch  zur  Bestimmung ­
  des  Fettes  im  Käse  angewendet  und  sich  dabei  des  kalibrierten  Röhrchens
den  beiden  kugelförmigen  Erweiterungen  bedient.  A.  Kirsten 6 )  empfiehlt
dieses  Verfahren.
E.  Ratzlaff 7 )  schlägt  neuerdings  folgende  Abänderung  des  Verfahrens  von
St.  Bondzynski  vor:  3—5  g  Käse  werden  in  einem  Kölbchen  von  etwa  30  ccm
lühalt  abgewogen  und  mit  10  ccm  Salzsäure  vom  spezifischen  Gewicht  1,125  bis
ZUr  vollständigen  Lösung  unter  Umschwenken  über  einer  kleinen  Flamme  erhitzt
’üid  dann  noch  8—10  Minuten  im  schwachen  Sieden  erhalten,  wobei  sich  die
Flüssigkeit  braunrot  färbt.  Nach  der  Abkühlung  wird  sie  in  ein  Gottliebsches
Rohr  (vergl.  S.  454)  gegossen  und  das  Kölbchen  2—3-mal  mit  im  ganzen  25  ccm
Äther  nachgespült.  Darauf  werden  noch  25  ccm  Petroläther  hinzugegeben  und  im
übrigen  wie  bei  der  Fettbestimmung  in  der  Milch  nach  Gottlieb-Röse  verfahren.
1  ■  ^iegfeld 8 )  empfiehlt  dieses  Verfahren.
5  Arb.  d.  Kaiserl.  Gesundh.-Amt.  1898,  14,  506,
-)  Landw.  Jahrbücher  1872,  1,  68;  vergl.  „Vereinbarungen“  Heft  I,  S.  77.
8 )  Milch-Ztg.  1904,  33,  289.
4 )  Zeitschr.  f.  analyt,  Chem.  1897,  36,  751.
Ebenda  1894,  33,  186.
Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1898,  1,  742.
’)  Milch-Ztg.  1903,  32,  65.
8 )  Ebenda  1904,  33,  289.</div>
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