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        <title>Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe</title>
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            <surname>König</surname>
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      <div>546 
Speisefette und -öle. 
Untersuchung und Beurteilung der verschiedenen 
Speisefette und -öle. 
Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, haben wir die wichtigsten ana 
lytischen Konstanten der hauptsächlichsten Speisefette und -öle, sowie der zu ihrer 
Verfälschung dienenden Fette und Öle in den Tabellen (S. 542—545) zusammen 
gestellt. Hinsichtlich der Beurteilung der Speisefette und -öle auf Grund dieser 
ihrer Konstanten ist zu berücksichtigen, daß in die Tabellen, soweit wie möglich, 
alle bei den betr. Fetten und ölen beobachteten Zahlen Aufnahme gefunden haben, 
und daß vielleicht bei der Ermittelung mancher dieser Zahlen nicht hinreichend zu 
verlässig reine oder alte und ranzige Fette und öle Vorgelegen haben. 
Die in der Kegel beobachtete Höhe dieser Konstanten wird, soweit dies 
erforderlich ist, bei den einzelnen Speisefetten und -ölen noch besonders angegeben 
werden. 
I. Butter und Butterschmalz. 
Butter ist das erstarrte, aus der Milch abgeschiedene Fett, welches noch 
eine gewisse Menge süßer oder saurer Magermilch in gleichmäßiger und feinster Ver 
teilung eingeschlossen enthält. 
Der Hauptbestandteil der Butter ist das der Kuhmilch entstammende Fett. 
Das Butterfett unterscheidet sich wesentlich dadurch von anderen tierischen 
Fetten, daß es neben den Glyzeriden der höheren Fettsäuren (öl-, Palmitin- und 
Stearinsäure) auch eine größere Menge von Glyzeriden der niederen, flüchtigen Fett 
säuren (Buttersäure, Kapron-, Kapryl- und Kaprinsäure usw.) enthält. 
Die mittlere Zusammensetzung der Butter ist nach zahlreichen Untersuchungen 
folgende: 
Wasser Fett Kasein Milchzucker Milchsäure Salze 
13,45 °/„ 83,70 °/ 0 0,76 °/ 0 0,50 »/„ 0,12 «/„ 1,59 °/ 0 . 
Je nach der Bereitungsweise unterscheidet man Butter aus süßem und solche 
aus saurem Rahm, je nach Jahreszeit und Fütterungsweise Winterbutter und 
Sommerbutter (Grasbutter), je nach der Güte Tafelbutter, Bauern- oder Landbutter, 
Faktoreibutter usw. 
Um eine größere Haltbarkeit des Butterfettes zu erzielen, wird die Butter 
häufig durch Schmelzen von Wasser, Kasein, Milchzucker und Salzen befreit; die 
Butter wird, wie man zu sagen pflegt, ausgelassen. Das durch Schmelzen der 
Butter von den Milchbestandteilen getrennte klare Fett bildet erkaltet das Butter 
schmalz, die Schmalz- oder Schmelzbutter, in Suddeutschland Rindsschmalz, auch 
einfach Schmalz genannt. 
Der Zusatz von Kochsalz zur Butter, den man in Suddeutschland nicht 
kennt, ist in Mittel- und Norddeutschland fast allgemein üblich und, sofern er sich 
in mäßigen Grenzen hält, nicht zu rügen. 
Um der Butter, welche im Winter bei Trockenfütterung nahezu weiß ist, 
im Sommer bei Grünfütterung dagegen eine mehr oder minder gelbe Farbe hat, das 
ganze Jahr hindurch eine gleichmäßige Farbe zu geben, wird die Winterbutter 
vielfach gefärbt. 
Neuerdings wird, namentlich in Amerika 1 ), ranzige und sonstwie verdorbene 
Butter durch Auslassen, Behandeln mit Luft, erneutes Emulgieren mit Milch und 
darauffolgende Verbutterung wieder aufgefrischt (Renovated- oder Prozeßbutter). 
1 ) Vergl. Oh. A. Crampton, Die Zusammensetzung von „Prozeß- oder Renovated- 
Butter“. — Journ. Americ. Chem. Soc. 1903, 25, 358; Zeitschr. f. Untersuchung d. 
Nahrungs- u. Genußmittel 1904, 7, 43.</div>
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