86 II. DIE PAPIEEGELDWÄHRUNG. politischen auch die wirtschaftliche Aufrichtung des Staates zu verwirklichen. Damit war ihm auch die Kraft gegeben, zu einer besseren Geldverfassung überzugehen und eine gedeihliche Gestaltung der intervalutarischen Beziehungen zu ermöglichen. SCHLUSS. Die staatliche Theorie des Geldes steht dadurch in Wider spruch mit den übrigen Theorien des Geldes, dal! sie eine „Papiergeldwirtschaft“ mit festem Wechselkurs als durchaus möglich anerkennt. Sie setzt dabei besondere Einrichtungen eines finanziell starken Staates voraus. Das Frankreich der Revolution war aber finanziell ganz zerrüttet, und namentlich zeigt uns die ganze Anlage der Assignaten ein für die Auf rechterhaltung des Wechselkurses ungeeignetes System. Anstatt die caisse d’escompte zu einer Nationalbank zu machen, wie Necker es beabsichtigt hatte, anstatt in dieser Weise die Leitung des Geldwesens Fachmännern in die Hand zu geben, schuf man Papiergeld mit vermeintlich hypothekarischer Sicherheit. Die Revolutionsmänner waren eben Metallisten; sie glaubten an das Münzpari und die Kreditnatur des Papiergeldes. Wir dagegen wissen, daß sowohl das valutarische Papiergeld als auch bei der Hartgeldwährung das valutarische Metallgeld dem schwankenden Wechselkurs unterliegt und in beiden Fällen von Kredit in diesem Zusammenhang keine Rede sein kann. Es fehlte an der zur Verwaltung einer Papiergeldwährung nötigen Erfahrung. Nicht die übertriebene Assignatenemission rief eine Ver teuerung der Lebensmittel und eine kommerzielle Krise hervor, sondern umgekehrt, letztere hatten die unmittelbare Folge, daß auch der Staat in Mitleidenschaft gezogen wurde und in eine Finanznot geriet, die ihm als Rettungsmittel die Ausgabe von Staatsnoten erscheinen ließ. Die ungeschickte Geldpolitik führte dann zu einer maßlosen Vermehrung derselben mit den bekannten haltlosen Motivierungen und verschärfte nur die