11 fassen wollen, so stellt sich uns jetzt die für die Gerberei in Betracht kommende Haut der Wirbeltiere folgendermaßen dar: ) Epidermis (Narbe) Stratum Corneum Stratum Malpighii Corium Subcutanes Bindegewebe Lcderhaut (Fleischseite) Muskulatur Was diesseits und jenseits des Coriums liegt, hat normalerweise am eigentlichen Gerbeprozesse keinen Teil und wird vor demselben ent fernt. Das von den einhüllenden Schichten befreite Corium aber, die reine Lederhaut, kennt der Weißgerber unter dem Namen „Blöße". 2. Die Wirbeltierhaut als Objekt des Gerbeprozesses. Wir haben nunmehr einen Überblick über die wirtschaftlich ver wertbaren Bindesubstanzvorkommen des tierischen Körpers gewonnen, wir haben die wichtigsten Eigenschaften dieser Bindesubstanzen kennen gelernt, von zweien dieser Vorkommen haben wir ihre praktische An wendung bereits beobachtet, und es bleibt uns nunmehr noch übrig, zu untersuchen, in welcher Ausdehnung das dritte Bindesubstanzvorkommen, nämlich als Corium, in der Haut der Wirbeltiere technisch und wirt schaftlich beachtenswert ist. Fast in der gleichen Mannigfaltigkeit, in welcher die Entwicklungs formen der lebenden Substanz den Wirbeltierkörper dem wirtschaftenden- Menschen darbieten, sehen wir auch die Decke dieses Körpers zur Be dürfnisbefriedigung herangezogen werden. Sobald der Wirbeltierkörper in der Klasse der Fische eine einiger maßen beachtenswerte Größe erreicht hat, zieht seine Bedeckung die Auf merksamkeit des Menschen auf sich. Da die dünne Cuticula und die weiche Epidermis nichts zur Festigkeit und zum Schutze der Körper- oberfläche beitragen, fällt diese doppelte Aufgabe hier der Lederhaut zu, und diese erlangt durch Erfüllung dieser doppelten Ausgabe zwei für die hier in Betracht kommenden Zwecke wichtige Eigenschaften, nämlich 1. entwickelt sich die Lederhaut zu einem aus vielen Schichten be stehenden straff faserigen Bindegewebe, um den Ansprüchen an Festig keit nachzukommen, und 2. wird die Lederhaut zum Schutze des Tierkörpers der Sitz der für die Fische so charakteristischen Hautossifikationen, nämlich der Schuppen. Aus diesen beiden Eigenschaften der Fischhaut nun ergibt sich auch ihre doppelte Verwendung. Wohl die primitivste Verwendung findet das Bindegewebe zu den