14 Völkern hingewiesen. So tragen nach Cook *) die männlichen Bewohner Unalaschkas Kittel aus Vogelhäuten, das erste Kleid des Kindes im Basfinland besteht aus einem Vogelgefieder 2 ), und der Missionar Cranz erzählt uns sogar, wie bei den Eskimos eine weitgehende Differenzierung in der Auswahl der Stücke eingetreten ist, indem bei den Hemden aus Vogelpelzen die Federn einwärts getragen werden ^), indem aus dem Rücken der Seevögelfelle dünne leichte Unterkleider, aus den Bäuchen warme Winterkleider, aus den Hälsen schöne Staatspelze gefertigt werden, und bei diesen kehren sie gemeiniglich die Federn auswärts Z. Auch von den Azteken Amerikas B ) erfahren wir über die Verwen dung von Vogelpelzen. Das Mittelaller hat auf die wärmende Eigen schaft gerade der Vogelpelze °) bei der Heilung mancher Krankheiten Wert gelegt; 1762 7 ) erfahren wir von der Verwendung von Schwanen- fellen und Norken zu Frauenmuffen, 1819 8 ) von Pelzwerk aus Schwanen- fellen, von Gansfellen zu Futter in Winterkleidern, und wenn endlich in der Statistik des auswärtigen Handels des deutschen Zollgebietes unter Nr. 405 neben Häuten von Pelztieren auch Vogelbälge angeführt werden, so sehen wir, wie wenig die sonst so oft wechselnde Bedarfs und Geschmacksrichtung an der Verwendung dieses Materials gedeutelt haben. Noch eine Stufe aufwärts in der Tierreihe, und wir sind bei ihrer höchsten Erscheinungsform angelangt, nämlich bei den Säugetieren. Nicht nur, daß hier das Bindegewebe, wie in den tiefer liegenden Teilen, so auch im Corium der Haut die höchste Form der Entwicklung erreicht, sondern die Haut der Mammalien unterscheidet sich von der Haut aller übrigen Wirbeltiere auch noch durch den infolge der Jdio- thermie erworbenen Besitz der Haare in so charakteristischer Weise, daß bereits Oken für diese Tierklasse den Namen „Haartiere" in Vorschlag gebracht hat. Über den histologischen Charakter und die Einfügung des Haares in die epitheliale Wurzelscheide ist bereits an früherer Stelle gesprochen worden. Aus dem Besitz der Haare ergibt sich eine Reihe von wichtigen Konsequenzen, welchen der allgemeine Sprachgebrauch sogar durch eine eigene Nomenklatur, die Praxis der Gerberei durch eigene Operationen schon auf verhältnismäßig niederen Stadien der Fellarbeit gerecht geworden ist. Vor allen Dingen bezeichnet der Sprachgebrauch mit dem Wort „Pelz" nur die mit Haaren dicht bestandene Haut, in den mittelalter lichen Ordnungen findet man hierfür sehr häufig den Ausdruck „rauhe, 0 Cook 1789, Bd. IV, S. 97. 2 ) Ratzel 1894, Bd. I, S. 539, 91. 3 ) Cranz 1770, Bd. I, S. 183. *) Cranz 1770, Bd. I, S. 220. °) Biart 1885, S. 212. 6 ) Becher 1663, S. 69. ') Halle 1762, Bd. II, S. 313, 321. 8 ) Kceß 1819, S. 349.