25 fell speziell haben wir ein wertvolles Material, welches im Konkurrenz- kämpfe der Hautarten untereinander eine wichtige Ro e^fpw . ^ Rotgerberei ist das Kalbfell, welches hier früher für die Hers e Juchten neben 2—3jährigem Rindviehs, in der Oberlederin ufr Lackleder 2 ), in der Kunstindustrie») und noch zu anderen Zwecken ein vielseitige Verwendung fand, feit 30—40 Jahren durch weniger f Materialien wie Pferdeleder und Rindsfpalte, auch Schafle er mehr mehr ersetzt worden. „ „• In der gewöhnlichen Weißgerberei spielt das Kalbfell nur etr e sehr geringe Rolle, wird aber offenbar doch hin und wieder noch e selben unterzogen, wie Hinweise in Handbüchern ch und auch rn e modernen Litteratur^) andeuten. . Das Hauptverwendungsgebiet des Kalbfelles stellt wob eu Z g der Glacegerberei dar, welchen mau die Kidgerberei nennt ), wo ^ Kalbfell, allerdings neben Ziegen- und Schafleder'), fast ausschließt cy für den Bedarf der Schuhindustrie verarbeitet wird. Der Bedarf oe Handfchuhindustrie an Kalbfellen ist im Vergleich mit deren Verwendung zu Befchuhungszwecken ein geringer 8 ). Gerade die Kidgerberer l) Zweig der Lederindustrie, welcher am stärksten bei dem Konkurrenz amp! des Kalbfelles gegen andere Leder- und Hautarten in Mitler enscyas gezogen wird; denn bei steigenden Kalbfellpreifen, feien diese veran atz durch agrarpolitifche Vorgänge, welche ein geringes Angebot zur Fo ge haben, oder feien sie veranlaßt durch wechselnde Mode, Geschmacksrichtung oder Bedarf des Publikums und der Judustrie, welche steigende ach- frage bewirken, treten in großem Umfange Surrogate, wie Dongo a und Rindsfpalt au die Stelle des Kalbfelles, was immer außerordentliche Preisschwankungen dieses Rohmaterials und damit außerordent iche Konjunkturwechfel der Kidlerindustrie, je nachdem deren Bestände an Rohmaterial und garem Leder groß oder klein sind, zur Folge hat). Der Verbrauch von Kalbfellen in der Sämischgerberei scheint früher nicht unbedeutend gewesen zu fein 10 ), ist aber heute ziemlich gering. Endlich darf nicht unerwähnt bleiben, daß dasdeutfch-franzöfifchePerga- ment des Mittelalters vorwiegend aus Kalbsfellen ") hergestellt war, und daß man zu Trommelhäuten das gleiche Material verwendete ^). Das Schaf unter dem Einfluß des Menschen in feiner Wanderung i) Wagner 1873, S. 219. -) I. f. G. u. V. 1876, Bd. IV, S. 256. -) Bücher 1893, S. 191. 4 ) Wiener 1904, S. 252. s ) Ledermarkt 1904, Nr. 3, S. 7. °) Vgl. Schmidt und Wagner 1905, S. 1032 sf. und 475. Ebenda. «) Ledermarkt 1893, S. 1235. «) Vgl. Gebauer 1893, Bd III, S. 483. Vgl. Schauplatz 1775, Bd. IV, S. 124. ") Wattenbach 1871, S. 81. i2) Schauplatz 1775, Bd. II, S. 296; Beckmann 1796, S. 301,