26 aus Afrika r ) über Griechenland 2 ) nach Italien 3 ), dann nach Spanien, weiter nach Mitteleuropa und von da über England nach Australien, Südafrika und Südamerika genauer zu verfolgen, würde hier zu weit führen. Auch soll hier nur kurz darauf hingewiesen werden, daß bei einer solchen Wanderung durch verschiedene Klimata und Existenz bedingungen die Haut eines Tieres ganz beträchtlichen Veränderungen unterworfen ist 4 ), daß weiter diese Wanderungen der Haustiere zwecks Ansammlung großer Massen derselben immer an die Peripherie der jeweiligen großen Wirtschaftsgebiete im Sinne des v. Thünenschen Ge setzes 5 * ) erfolgen, und daß mit der Angabe des Weges solcher Wande rungen immer auch die Hauptprovenienzgegenden einer Fellart ange deutet sind. Wenn wir nun nach den Hauptverwendungen des Schaffelles fragen, so erhalten wir hierauf eine äußerst vielgestaltige Antwort. Die Haut des Schafes ist in gemäßigten Klimaten die Trägerin eines dichten Vlieses, und demgemäß findet das Schaffell sogar unter der Kategorie der Pelze seinen Platz. So ist es nicht nur auf ein facheren Stufen der Wirtschaft, wie bei Kirgisen 3 ) zu Kleidungsstücken, bei Bulgaren 7 * ) zu Beschuhungszwecken, sondern, so oft wir gelegentliche Kunde erhalten 3 ), sehen wir die natürliche Decke des Schafes auch als Pelz verwendet; weiße, schwarze, gefärbte, blaue Lammfelle werden dann genannt, sie spielen eine nicht unbedeutende Rolle in der heutigen Kürschnerei, und fast jeder noch so kleine Weißgerber, welchen man be sucht, sei es in Städtchen oder in noch kleineren Plätzen, hat unter dem wenigen, was er gerbt, immer auch einige Schaf- oder Lammpelze zur Lohnarbeit. In der Lohgerberei des Mittelalters mag das Schaffell im Ver gleich mit dem Verbrauch der modernen vegetabilischen Gerbung an Schaffellen nur eine geringe Rolle gespielt haben. Nur gelegentlich erfahren wir — es sei darauf der Merkwürdigkeit halber besonders hin gewiesen, weil dies im Gegensatz zu deutschen Verhältnissen den ganz anders gearteten, nämlich mehr auf Feinlederindustrie gestimmten Cha rakter der spätmittelalterlichen französischen Lohschasfellgerberei an deutet —, daß die Pariser Weißgerber ausgesuchte Schaffelle nach Rouen, Orleans, Dreux schickten, und zwar zur Verfertigung lohgaren Leders 9 ). ') Beckmann 1806, S. 4. 2 ) Blümner 1869, S. 63. 3 ) Marquardt 1882, S. 414. 4 ) Vgl. z. B. Beckmann 1805, S. 4; Friedrich 1911, S. 4. 6 ) Vgl. hierzu für das Altertum: Wiskemann 1859, S. 20, 36, 79 f. °) Pelzer 1837, S. 259; Ratzel 1895, Bd. II, S. 549. ') Jwanlschoff 1896, S. 31. *) Vgl. Nürnberg 1589; Königsberg 1737; Halle 1762, Bd. II, S. 312. °) Schauplatz 1767, Bd. VI, S. 105.