32 wo sie wegen ihrer schönen Narbe bis in die Mitte des 19. Jahrh, für Buchbinderzwecke x ) wegen ihrer Festigkeit zur Herstellung von Sieben, so in Italien im 16. Jahrh?), in Deutschland bis in das 18. Jahrh?'), und wegen dieser beiden Eigenschaften zum Überziehen von Koffern Verwendung fanden Z. Eine im Vergleich zu seiner Bedeutung übergroße Aufmerksamkeit, welche aber aus den,sich ihm anschließenden Handwerksmißbräuchen des Mittelalters und aus der ihm zugeschriebenen Heilkraft 5 6 ) erklärlich wird, hat das Hundeleder auf sich gezogen. Hundehäute wurden wohl während des ganzen Mittelalters lohgar gemacht H, aber erst die im 16./17. Jahrh, gegen eine Übersetzung des Handwerks nötig werdenden Repressalien begründeten auf der Ver arbeitung dieser Häute eine Handwerksunehrlichkeit. Erst das Gesetz von 1731 und seine Einführungsgesetze in den verschiedenen Ländern 7 ) hoben ausdrücklich die an der Verarbeitung der Hundehäute bisher klebenden Unrechtsfolgen auf, und wir sehen dann in der Folgezeit, wie man dieses feste, leider nicht in großen Mengen anfallende Hautmaterial in lohgarer Form für Schusterarbeiten zu verwenden sucht 8 * ). Während weiter Hundehäute in der gewöhnlichen Weißgerberei nur eine ganz untergeordnete Rolle gespielt haben, stieg ihr Wert immer mehr zur Herstellung feiner Ledersorten; denn das Hundeleder zeichnete sich durch große Zähigkeit und festen geschlossenen Narben in Ver bindung mit großer Haltbarkeit bei geringer Dicke aus") und kommt entweder in feiner lohgarer Form unter dem Namen Dogskin 10 * ), häufiger noch in glacegarer Form als wertvolles Material zur Herstellung von Handschuhen, da es für Schuhfabrikation meist nicht groß genug ist, in den Handel"). Katzen pelze werden häufig in der Kürschnerei verbraucht; man besucht selten eine Weißgerberei, welche nicht, wie schon in früherer Zeit"), so auch jetzt neben den wenigen Schafpelzen oft eine beträcht liche Anzahl von Katzenpelzen zum Weißgarmachen hängen hätte, und ') Rüst 1814, S. 336. 2 ) Fioravanti 1564, Bd. I, S. 11. з) Halle 1762, Bd. II, S. 381. *) Schauplatz 1775, Bd. II, S. 301. 6 ) Schauplatz 1775, Bd. II, S. 122; Becher 1663, S. 23. ») Schauplatz 1766, Bd. V, S. 417. 7 ) Siche z. B. Gunzeuhauseu 1649—1770, 1732, 1764, S. 17 dieses Erlasses. 8 ) Keeß 1820; Schauplatz 1767, Bd. VI, S. 118. e ) Schmidt und Wagner 1905, S. 276. 10 ) Schmidt und Wagner 1905, S. 709. и ) Weiskirchner 1896, S. 485; Brüggemann 1875, S. 1; Schmidt und Wagner 1905, S. 475. 12 ) Schauplatz 1767, Bd. VI, S. 118; Becher 1663, S. 35.