46 Voraussetzung hat, und dessen technische Unterlage eben die Salzung darstellt. Neben dem Salzen hat man sich, da man die Wichtigkeit zweck mäßiger Konservierung frühzeitig erkannte, auch noch um andere Kon servierungsmethoden bemüht. Schon Hermbstädt 2 ) schlug um die Wende des 18. Jahrhunderts die Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure vor, verdünnte Säuren hat man dann immer wieder versucht, das sog. Pickeln der Amerikaners geschieht durch Legen der Häute in starke Kochsalzlaugen, welche mit etwas Schwefelsäure versetzt sind, und die Methode der Räucherung 8 ), welche früher eine gewisse Rolle gespielt hat, kommt heute fast nicht mehr vor. Ein eigenartiges Bild gewähren die unter dem Namen „Kipse" bekannten Rohwaren; es sind dies Häute und Felle, welche mit dem zu einem Brei angerührten Konser vierungsmittel bestrichen sind. Schon im 17. Jahrhundert kamen aus Amerika Damhirschfelle, welche mittels einer in Amerika vorkommenden Erde zubereitet waren 4 ), stellenweise wendet man einen Kalkbrei °) an, in Westindien 8 ) und auch in Ostindien 7 ), wo Kochsalz selten und teuer ist, wird eine dort vorkommende stark Glaubersalz haltige Erdart, welche mit Wasser zu einem dicken Brei angerührt und dann auf der Fleisch oder Aasseite ausgestrichen wird, zur Häutekonservierung verwendet; man nennt derartige konservierte Rohware „Belegte Kipse", während man die neuerdings in manchen Gegenden mit Arsenik behandelten „arsenifizierte Kipse" oder „Arsenikkipse" nennt. Eine immer größere Rolle in der auswärtigen Handelsstatistik spielen die sog. „halbgaren" Felle. Es sind das Schaf- und Ziegen felle meist aus Ostindien 8 ), aber auch anderer Provenienzen, welche von den dort ansässigen Exportgesellschaften mit vegetabilischen Gerbstoffen oder mit Chrom zur Konservierung vorgegerbt werden. Eine dritte Methode zur Konservierung, welche man neben der Entziehung von Wasser durch Trocknen und neben der Desinfektion durch antiseptische Mittel anwendet, sind die noch nicht sehr weit über das Verbrauchsstadium hinausgekommenen Methoden der Anwendung nie- drigerTemperaturenzur Konservierung von rohen Fellen und Pelzen 9 ). Über all diese hier kurz gestreiften Konservierungsmethoden existiert in den Fachzeitschriften eine riesenhafte Litteratur, welche neuerdings immer mehr an Bedeutung gewinnt, als sich die nationale Gesetzgebung verschiedener Länder, so von Deutschland, England, Vereinigte Staaten ') Hermbstädt 1807, Bd. II, S. 175. 2 ) Dämmer 1911, Bd. III, S. 913—914. s) Hermbstädt 1807, Bd. II, S. 191. *) Schauplatz 1775, Bd. IV, S. 120. 5 ) Jörissen 1909, S. 40. * 6 ) Heinzerling 1882, S. 16. 7 ) Dämmer 1911, Bd. III, S. 914. ») Jörissen 1909, S. 40. 9 ) Schuh und Leder 1898, Nr. 40, S. 37-39.