142 zeigt. Da eine Nomenklatur für diese verschiedenen Typen der Ent wicklung nicht existiert, und weil eine bestimmte Bezeichnung für jede derselben sowohl zur Vermeidung von Undeutlichkeiten als auch zur Vermeidung langer Umschreibungen sich zweckmäßig erweist, so wollen wir diese zweite Form der Stampfe (Typ Abbildung Nr. 2) den „Hammer im Stuhl" nennen im Gegensatz zur ersten Form (Typ Abbildung Nr. 1), welche wir als „Handstampfe" bezeichnet haben. Wir haben mit diesem „Hammer im Stuhl" eine neutrale Form gewonnen, welche eine verhältnismäßig große Entwicklungsmöglichkeit in sich birgt. Ein zweiarmiger Hebel trägt am einen Ende die Stampfkeule, unter welch letzterer sich ein Stampftrog befindet. Vergleichen wir mit obiger Abbildung irgend eine Beschreibung, wie sie für Bulgarien oder Georgien vorliegt: „Eine ziemlich tiefe Steinschüssel wird in die Erde gesenkt. In Migrelien macht man solche Schüsseln auch aus Holz. Auf 2 Meter Entfernung von der Schüssel sind zwei niedrige Holz balken in den Boden gesteckt, deren obere Enden ausgehöhlt sind, so daß eine in dieselben gelegte Achse sich bewegen kann. In der Mitte dieser Achse befindet sich wiederum ein Holzbalken, dessen eines Ende nur wenig über die Achse hinausreicht, während an dem der Stein schüssel zugekehrten Ende ein etwa 1 Meter langes Holzstück, welches direkt in die Schüssel einfällt, als Stößer angebracht ist. Drückt man das hintere Balkenende mit dem Fuße nieder, so hebt sich der ganze Balken samt Stößer" J ). In Bulgarien wird die gleiche Vorrichtung Ting oder Reismühle genannt 2). Unsere Abbildung unterscheidet sich von dieser Beschreibung also wesentlich nur durch die verschiedene Länge der Hebelarme. — Nach einem Weistum von Allerheim ans der Mitte des 14. Jahrhunderts soll „der mair" „ein fußstampfe" zum gemeinen Gebrauch in Bereitschaft halten 3 ), und ein schwäbisches Weistum berichtet von der „mühlen, genannt die reismühlen, aus der mühl hat man ge macht ein walkmühl den lodern"). Ob der in Bulgarien und im schwäbischen Weistum merkwürdigerweise übereinstimmende Namen „Reismühle" auf einen Zusammenhang hindeutet, soll hier nicht unter *) Gogitschayschwili 1891, S. 55. 2 ) Tarajanz 1867, S. 40. a ) ©unser 1903, S. 102. *) ©unser 1904, S. 103.