144 Hier haben wir den Übergang zum Betrieb durch das Wasserrad, und zwar in der Weise, daß erstens der „Hammer im Stuhl" vom hinteren Ende des zweiarmigen Hebels her betrieben wird, und daß zweitens die Schaufeln des Wasserrades eine doppelte Funktion be sitzen, indem sie nämlich einmal als Angriffspunkte für das Wasser dienen, um die Welle in Bewegung zu setzen, wie das ja bei allen Wasserrädern der Fall ist. Dann aber haben diese gleichen Schaufeln die weitere Aufgabe, auch den rückwärtigen Teil des zweiarmigen Hebels zu heben, eine Aufgabe, welche bei höher entwickelten Formen besondere seitwärts vom Schaufelrad in die Welle eingelassene kleinere Schaufeln, „Daumen" genannt, zu erfüllen haben. Von dieser Form leiten sich nun die bis in unsere Tage gekommenen Sämischgerberwalken ab, deren zugrunde liegenden Typ wir die „Stampf mühle" nennen wollen. Abbildung Nr. 3 zeigt die seitliche Ansicht einer solchen zur Walke modifizierten Stampfmühle, wie ich sie nach langem vergeblichen Suchen endlich bei dem Orte Sajda im sächsischen Erzgebirge gefunden habe. Von der Station Mulda aus führt eine Schmalspurbahn ziemlich hoch hinauf in das sächsische Erzgebirge bis zur Endstation Sajda; nach einer etwa ®/ 4 stündigen Wanderung ge langt man von Sajda aus nach Mortelsgrund, und hier, in dieser dünn besiedelten Gegend hart an der böhmischen Grenze, ist fast durch Zufall eine Walke mit zwei Walklöchern vorerst noch erhalten geblieben. Die Abbildung 3 zeigt deutlich noch die ursprüngliche Hammerform der Walke, indem nämlich dem Walkstempel ein richtiger Hammerstiel zur Führung dient. Nur erfolgt der Betrieb der Walkstampfe hier nicht mehr vom anderen Ende des Hebels aus, sondern die Welle mit ihren vier Daumen istauf die Seite verlegt, auf welcher sich auch der Walk stempel befindet. Von dieser altertümlichen Form der Walke zu den richtigen Stampfen,