159 Maschinen wenig Sinn, sie können erst mit Nutzen eingeführt werden, wenn der Gerbeprozeß abgekürzt wird, wenn eine Maschine gesteigerter Leistungsfähigkeit zur Beschaffung des von ihr verarbeiteten Stoffes nicht unverhältnismäßig viel Zeit, Platz und Kapital beansprucht. Zwischen der zur Durchführung der einzelnen Arbeitsprozesse benötigten Zeitdauer muß eine bestimmte Harmonie vorhanden fein. Diese wurde aber erst geschaffen durch die Einführung der rationell-wissenschaftlichen Methode und die Erfindung der Schnellgerberei. Mit der Lösung dieses Problems um die Wende des 18. Jahr hunderts war also eine der beiden Hemmungen aus der Welt geschafft, welche die Durchführung maschineller Betriebe bisher verhindert hatte. Der Einfluß dieser neuen Strömung auf die Maschinentechnik ergibt sich klar, wenn man die Zeitschriften und Technologien jener Zeit durch studiert; sie find voll von Vorschlägen aller Art; aber mit der Lösung jenes Problems war nur eine der beiden Hemmungen beseitigt, nämlich die Disharmonie in der Zeitdauer des Prozesses; nicht beseitigt war die mit der Natur der Haut unvereinbare Durchführung der kontinuier lichen Prozesse, und auch das ergibt sich aus jenen vielen Vorschlägen zur Einführung von Maschinen, wenn man nämlich die Natur und die Arbeitsweise jener Maschinen näher ins Auge faßt. Es lassen sich die gerberischen Operationen unter diesem Gesichtspunkte in zwei große Kategorieen teilen. Die eine Kategorie bilden alle jene Prozesse, welche die Haut in ihrer ganzen Masse gleichmäßig behandeln, also die Operationen des Äscherns, des Wässerns, des Beizens, Gerbens, während die andere Kategorie von jenen Prozessen dargestellt wird, bei welchen die Haut in einer bestimmten Richtung oder nur auf einer bestimmten Seite bearbeitet werden soll; die erste Kategorie von Operationen sind die mehr chemischen, die letzte die mehr mechanischen; dieser Unterschied ist aber für unsere jetzige Betrachtung nicht so wichtig, als vielmehr der, daß sich die Häute bei Maschinenbetrieb in der ersten Kategorie von Prozessen leichter kontinuierlich behandeln lassen, während das in der zweiten Kategorie von Operationen nicht in diesem Maße der Fall ist. Dem gemäß lassen sich die Gerbereimaschinen auch im Hinblick auf ihren Zweck in zwei ebenfalls ziemlich scharf geschiedene Kategorien teilen. Eine solche Maschine der ersten Kategorie stellt vor allen Dingen die Walke dar; denn in ihr werden die Felle, wie sie gerade zu liegen kommen, gewalkt; das ist ja auch der innere Grund, warum die Er findung der Walke in die erste Phase maschinentechnischer Entwicklung fällt. Auch Flüssigkeitspumpen gehören hierher, und solche wurden schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts z. B. in der Form der Paternosterpumpen *) durch Göppel betrieben. Bis tief ins 19. Jahr es Abbildung bei Jörissen 1809, S. 150.