161 nisse solcher Maschinen war vorhanden, das zeigen eine Menge von Vorschlägen, aber man hatte keine Erfahrung gemacht in der maschinen mäßigen Behandlung der Haut; man konnte die Maschine nicht in wenigen Jahren an den neuen Rohstoff adaptieren, wie dies die Werk zeuge in jahrhundertelanger Übung getan hatten. Daher sind die ersten diesbezüglichen Erfindungen nichts weiter als Entlehnungen aus anderen, fortgeschritteneren Gebieten der Technik, welche eben deswegen, weil sie anderen Rohstoffbearbeitungsgebieten lediglich entlehnt waren, kein Heimatrecht in der Gerberei erwerben tonnten und bald wieder ausgeschieden werden mußten. Hierher ge hören z. B. die in der Schweiz vor 1800 benützten Wasserhämmer x ) zum Klopfen des Leders, oder Maschinen zum Glätten des Leders, oder zum Entfernen des Kalkes, „gewöhnliche Walzen, wie man sie zum Plätten der Tabakstengel, zum Strecken des Blechs usw. hat" 2 ); die Idee der Spaltmaschinen fällt schon in die Mitte des 18. Jahr hunderts^); der Gedanke, durch Spalten aus einer Haut deren zwei zu machen, leuchtete natürlich ungemein ein, und so erging auf diesem Gebiet eine wahre Flut von Erfindungen; — erst in den letzten Dezennien ist es gelungen, für schwere und leichte Häute wirklich brauch bare, allerdings auch kostbare Spaltmaschinen herzustellen. Die einzige Maschine aus dieser Zeit, welche sich erhalten konnte, ist die Walk mühle, die uralte Stampfe, welche in ganz geringfügig modifizierter Form in maschinellem Kleide erschien, allerdings nicht mehr benützt zum Einarbeiten des Fettes, sondern zum Erweichen und Brechen der Häute und Felle; sie konnte sich erhalten; denn sie war die einzige str Maschinenbetrieb vorbereitete Einrichtung. Die Vorschläge für Maschinen häufen sich in den ersten Jahr zehnten des 19. Jahrhunderts, „der wohlfeile Preis der Fabriken be ruht auf den mehreren oder mindern Maschinen" 4 ) lesen wir 1807, der Pariser Gerber Hr. Vauguelin führt eine Menge Verbesserungen ein und sagt: „Die Handarbeit wird durch die Maschinen für die meisten Operationen vermindert. Man gebraucht deshalb allerdings eine Dampf maschine oder eine andere bewegende Kraft, durch deren Kosten die Verminderung der Handarbeit etwas ausgeglichen wird" 5 ), und auf* 0 Karmarsch 1872, ©. 582. 2 ) Leuchs 1829, S, 138; Keeß 1829 Bd. I, S. 45-46. 3 ) Busch 1795, ©.314; Lichienbergs Magazin 1786, Bd. IV, S. 182; Phil. Transact. Bd. XXIV, S. 133; Leuchs 1828, S. 138; Ann. d. Arts T. 42, S. 203; Neues Magazin der Erfindungen Bd. II, S. 279; Magazi nder Er findungen Bd. V, 75, S. 107; Journal für Fabrik. Bd. XIII, S. 125; Krünitz Bd. 0VIII, ©. 500; Pelzer 1837, S. 272; Poppe 1816, Suppl., S. 362 und 1806, Bd. III, ©. 199; Karmarsch 1872, S. 582.; Almanach 1800, S. 698. ") Kunz 1807, Inhalt. °) Tumas 1808, S. 692. Ebert, Entwicklung der Weißgerberei. 11