164 ausgeführt werden, und welche dann die Operationen des Wässerns, Ascherns, Beizens, Schwellens, Gerbens, Weichens, Färbens, sogar des Walkens und Enthaarens vollführen. Die spätere Entwicklung hat dann nochmals eine Reihe von Typen hauptsächlich aus dem Gebiete der Textilindustrie entlehnt, und diese Typen haben, weil in ihnen das Fell ebenfalls als ein in seiner ganzen Masse gleichmäßig und nicht als ein lokal zu behandelndes Werkstück behandelt wird, in der Gerbereitechnik Eingang gefunden. Hierher gehören die Fell- und Wollwaschmaschine, der Schnellfelltrockenapparat, der Hordentrockenapparat für Wolle, die Zentrifugen und die Lederabwelkpressen. Alle die bisher besprochenen und mit Erfolg eingeführten Maschinen typen leisten eine so geartete Arbeit, daß durch diese die eigentliche Hand arbeit des handwerksmäßigen Gewerbes nicht ersetzt wird. Wässern und Weichen, Äschern, Beizen, Schwellen, Durchfärben, Waschen, Trocknen der Felle und der Wolle, alle diese Operationen verlangten zu ihrer Durchführung nicht eigentliche Handgeschicklichkeit, sie gingen in der Luft oder in der Flüssigkeit, nachdem einmal das Roh- oder Halb fabrikat in diese Medien gebracht war, ohne weiteres vor sich. Daß durch die Einführung dieser Maschinen alle Prozesse beschleunigt, ver bessert oder auch in der kalten Jahreszeit leicht ermöglicht wurden *), daß sie auch die Zeitenverhältnisse dieser Operationen auf die höheren Geschwindigkeiten der neuen Technik harmonisch abstimmten, das be deutet den Fortschritt, welcher durch sie erzielt worden ist; aber ihre Einführung in der Gerberei ist der ganzen Natur ihrer Arbeit nach auf wesentliche technische Schwierigkeiten nicht gestoßen, sie bedeuteten keine technischen Probleme. Wir gehen nun über zur Betrachtung der Maschinenformen der zweiten Kategorie, deren Aufgabe es also ist, die handwerksmäßige Handgeschicklichkeit zu ersetzen und diesen Ersatz mit gesteigerter Leistungsfähigkeit zu verbinden. Es sind die Operationen des Ent- sleischens, Enthaarens, Ausreckens, Narbenabziehens, dann des Schlichtens, Stollens, ev. noch des Chagrinierens. Auch von den Maschinen dieser Kategorie haben wir bereits einige kennen gelernt, so Spaltmaschinen, Walzen zum Auspressen des Leders usw., fast lauter Formen, welche aus anderen Gebieten der Technik entlehnt waren, und wir haben gesehen, daß mit Ausnahme der Walke diese Formen wieder verlassen werden mußten. Bei diesen Operationen wird das Fell meist nicht mehr in seiner ganzen Masse gleichmäßig behandelt, sondern es erhält eine be stimmte Bearbeitung nur noch auf einer bestimmten Seite oder nach i) Vgl. Schauplatz 1775, Bd. II, S. 264, 270, 279, 286; Bd. IV, S. 98, Bd. VI, 58, S. 105.