165 einer bestimmten Richtung. Daher geschieht die Bearbeitung auf einer Unterlage mit einem Werkzeug. Für die handwerksmäßigen Operationen des Entfleischen^ Ent haarens, Ausreckens, Narbenabziehens, haben wir als schließliche Unter lage den Schabebaum, und daher als schließliches Werkzeug die mehr oder weniger konkaven Eisen kennen gelernt. Zur handwerksmäßigen Operation des Schlichtens wurde das Fell in den Schlichtrahmen geklemmt und mit dem Schlichtmond bearbeitet. Die handwerksmäßige Operation des Stollens wurde, wie wir gesehen haben, auf dem Stollpfahl vorgenommen. Wie man sieht, zerfallen diese handwerksmäßigen Operationen auf Grund der dabei in Anwendung kommenden Werkzeuge in drei Klassen, und es ist gewiß interessant, zu sehen, wie auch die zur Durch führung dieser Operationen konstruierten Maschinen sich in die gleichen drei Klassen teilen lassen. Betrachten wir die Entwicklung der ersten Klasse von Maschinen. Als ein wichtiges Werkzeug der hier in Betracht kommenden Reihe von Operationen haben wir den Schabebaum kennen gelernt, welcher die Unterlage für das Fell bildet, und dessen Form von bestimmendem Einstuß auf die Gestalt der arbeitenden Werkzeuge gewesen ist. Daher beginnt in der Entwicklung der für diese Arbeiten in Be tracht kommenden Maschinen die Unterlage mit dem Schabebaum. Bagnall in der Grafschaft Lancaster ließ sich unter dem 21. März 1801 ein Patent für eine Maschine geben, bei welcher über die ans schiefen Bänken liegenden Häute durch Hebelwerk mehrere Schabmesser geführt wurden *). Die „Conus-Enthaar- und Reinmachmaschine" der Maschinenfabrik Moenus besitzt als Unterlage heute noch einen großen hölzernen Conus, welcher nichts weiter als einen modifizierten Schabebaum darstellt. Wir sehen also, das alte Gerberwerkzeug, des Schabebaums, welches das Endglied in der Reihe der Unterlagen für den handwerksmäßigen Betrieb gebildet hat, stellt nunmehr den Anfang in der Entwicklung der maschinenmäßigen Technik dar, und es hat sich sogar noch bis heute seinen Platz unter den Organen einer Maschine zu behaupten gewußt. Da jedoch der Schabebaum nicht zu einem kontinuierlichen Prozesse führen kann, weil bei dieser Unterlage immer nur einzelne neben einander gelegene Partieen zur Bearbeitung gelangen, suchte man nach einer Unterlage, welche es gestattete, die Haut ihrer ganzen Breite nach auf einmal zu bearbeiten. Durch einfaches Ausbreiten der Haut auf einem flachen Tisch wird die Haut in eine Form übergeführt, welche außerordentliche Ähnlichkeit — in bezug auf die mechanische Be tz Ann. d. Arts Bd. IX, S. 271; Leuchs 1828, S. 134; Pelzer 1837, S. 269.