258 innunge gegeben" x ); es ist aber fraglich, ob dieses Wort reseler in Beziehung zu unseren Rößlern zu setzen ist. Die Kasseler Sattler behaupteten ­ 1655, daß es verschiedene Riemer gäbe, darunter auch „Rößler"^; die von Krünitz gegebene Etymologie ist so unzureichend, daß sie hier nicht aufgeführt werden kann°st; auch habe ich die dort angeführte Behauptung, wonach sich die Rößler der eingriffigen Messer statt der zweigriffigen Schabeeisen bedienten, nirgends bestätigt gefunden ­ * 4 ). Der oben mit wenigen Beispielen angedeutete rege Briefwechsel zwischen den einzelnen Städten, welcher uns einen ziemlich genauen Einblick ­ in dieses interurbane eowinereium, wie wir es nennen können, gewährt, ließe sich natürlich durch zahlreiche weitere Schriftstücke illustrieren; ­ im Augsburger Archiv z. B. findet sich aus dem 18. Jahrhundert noch ein lebhafter Briefwechsel mit den Orten Ulm, Memmingen, Mindelheim, Lauingen, Burghausen, Nürnberg, Weingarten, Biberach, Nörd-, lingen, Eychstädt, Eßlingen, Dillingen, Jnsbrugg, Franckfurth, Churpfälz. Neuburg, Regensburg, Onolzbach, Kaufbeuren, Friedberg 5 ). Aber mit diesem Briefwechsel allein ist die Regelung dieser zwischenstädtischen Angelegenheiten keineswegs erschöpft; diese interurbane Gemeinschaft, welche aus Grund des fortwährenden Gedankenaustausches allmählich lebhafter erwachsen und lebensvoller in das Bewußtsein eingetreten war, verlangte auch nach einer Art sichtbarer Repräsentation, und diese wird dargestellt durch das sog. „Große Handwerk der Weiß gerb er". Ein Frankfurter Schreiben von 1602 schlägt vor, daß bei Zweifeln zwischen Meister und Knechten die Meister in Frankfurt, Speier, Würzburg ­ und Magdeburg beraten sollen, und was hier entschieden wird, solle verbindlich sein für beide Teile 6 ). Meist aber waren die Verhältnisse noch mehr zentralisiert; die Beratungen des ganzen Handwerks fanden häufig an einem einzigen Orte statt, und als solcher erwies sich besonders ­ Frankfurt am Main als zweckmäßig, weil dort die großen Messen stattfanden, zu welchen die Weißgerbermeister aus allen Teilen Deutschlands mit ihren Waren zusammenströmten; daher tagt das „Große Handwerk der Weißgerber zu Frankfurt am Main" gewöhnlich im Anschluß an die großen Messen, hier werden alle möglichen gemeinsamen ­ Angelegenheiten besprochen und geregelt, und hierher kommen aus allen Teilen Deutschlands die klagenden Parteien, um vor dieser höchsten Instanz, welche ihnen allen die Verkörperung des momentanen Rechts-*) Geißenberger 1895, S. 1T0; Urf. im Leipziger Ratsarchiv; abgedr. bei Moser, Geschichte der Leipziger Schuhmacherinnung. 2 ) Plenge 1896, S. 484. ») Krünitz 1795, LXVIII, S. 489, Sinnt. (**). 4 ) Vgl. Jacobson 1782, Bd. IV, S. 629. °) Augsburg 1802. e j Würzburg 1602, S. 88 a.