346 Wenn also um diese Zeit sich für Weißgerber ein besseres Ver hältnis berechnet, so in Ebern, wo um die Wende des 18. Jahrhunderts neben 6 Rotgerbern 3 Weißgerber und Leimsieder vorhanden waren x ), oder wenn gar mehr Weißgerber vorhanden sind als Rotgerber, dann kann man vielleicht auf ein Überwiegen der Weißgerberei über den lokalen Bedarf schließen. So waren die erteilten Gewerbskonzessionen in Schweinfurt Notgerber Weißgerber 1788 — 1 1790 — 1 1794 2 — 1795 — 1 1797 — 1 1799 1 — 1803 1 — 1807 — 1 1809 — 2 1810 1 1 1811 1 1812 — 1 1813 1 — 1814 1 — 1816 1 2 1819 — 1 1820 — 1 1825 — 1 1828 1 1 1830 1 — Sa. 11 15 und tatsächlich galt früher Schweinfurt als ein Hauptsitz der Weißgerberei. Die Untersuchungen über die Wanderungen der Gesellen geben uns, wie wir gesehen haben, eigentlich keinen Anhaltspunkt über den Standort mittelalterlicher Gewerbe. Dagegen lassen vielleicht das Große Handwerk der Weißgerber zu Frankfurt a. M., wie auch die Beratungen zu Leipzig, und auch die übrigen Orte, welche wir im Anschluß an die interurbanen Verbände kennen gelernt haben, einen Schluß auf eine dort blühende Weißgerberei zu; doch können in diesen Fällen auch politische oder Marktverhältnisse maßgebend sein. Schließlich sei noch eine Wandertabelle von Weißgerbergesellen, allerdings erst um die Wende des 18. Jahrhunderts, angeführt; die Weißgerber wandern nach Biedenkopf in Hessen, Nürnberg, Dinkels bühl, Nördlingen, Idstein im Nassauischen, Prag, Görlitz, Salzburg, Augsburg, Wien, Lüttich, Bieberach, Jnspruck, Hamburg, Erlangen, Dänemark, Rußland, Engelland 3 ). ‘) Ebenda. 5 ) Ebenda. 3 ) Beck 1807, S. 208.