381 von 15 Hamburger Händlern, darunter 4 mit Lederwaren'). Sind letzteres allerdings schon Lederhändler und nicht mehr die Produzenten selbst, so zeigen die Zahlen doch die relative Bedeutung dieser Messen. Die großen Mengen von Häuten, Fellen und Leder aller Art, welche noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts dort gehandelt wurden, zeigen am besten die Statistiken, auf welche hier verwiesen werden muß 2 ). Als eine besondere Form der Ledermessen können endlich betrachtet werden die Lederauktionen; denn auch auf ihnen ist die ganze, zum Verkauf gelangende Ware zur Einsichtnahme aufgelegt, und auch hier vollzieht sich der Lederverkehr großenteils noch direkt vom Produzenten zum Konsumenten. Solche Auktionen sind keineswegs neu^), aber sie sind von Wichtigkeit gerade auch für den Handel in braunen und weißen Schafledern, weil man neuerdings teilweise wieder mehr und mehr zu diesen Lederauktionen im Anschluß an Ledermessen übergeht'). ­ So sind in Kirchhain in der Niederlausitz erst seit wenigen Jahren solche Auktionen entstanden, letztere aus dem Wunsche, die hohen Transportkosten nach den Leipziger Messen zu vermeiden; denn die Kosten für den Rücktransport des nicht verkauften Leders gaben unter Umständen Veranlassung, das Leder in Leipzig um jeden Preis abzugeben; allein auch die Auktionen in Kirchhain selbst haben viele Gegner, weil sie dem kleinsten Käufer Gelegenheit geben, Leder zu Engrospreisen zu erwerben, und weil sie die kleinsten Konsumenten über die Engrospreise auf dem Laufenden erhalten; denn zu diesen Auktionen kommen stets eine ganze Reihe Personen der Lederbranche nicht in der Absicht zu kaufen, sondern nur, um dort die Preise zu hören. Eine bei vielen solchen Auktionen, sowohl Fell- wie Lederauktionen, beachtenswerte Erscheinung ist, worauf schon bei der Betrachtung über die Lebensfähigkeit des Handwerks hingewiesen wurde, die Tatsache, daß solche Gerberorte, wie Kirchhain, selbst einen Markt erzeugen, in welchem auch der kleinste Gerber alle Vorzüge des großen Marktes genießt; er kauft dort nach dem Verfahren des großen Marktes zu Großhandelspreisen, und seine fertige Ware wird hier, offen liegend zur Einsichtnahme, mit der Masse der großen Marktware verkauft. Für den direkten Verkehr zwischen Produzenten und Konsumenten kommen schließlich neuerdings eine Reihe von Momenten in Betracht, welche den kostspieligen Transport der Ware zu den Messen und Auktionen ersetzen. Diese Momente sind die üblichen, so daß die bloße Namensnennung genügt: Vorlegung von Mustern in schriftlichen Offerten, durch Reisende und Agenten, durch eigene Verkaufsstellen, i) Hamburg 1805, S. 284 f. * *) Vgl. Dietcrici 1851, S. 562. s ) Vgl. z. B. Schauplatz 1767, Bd. VI, Artikel VII, S. 90. *) Vgl. Hanisch 1905, S. 83.