<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>883887894</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>1. Teil. 
Die Rohstoffe. 
1. Kapitel. 
Die Objekte des Gerbeprozesses. 
§ 1. Allgemeine Theorie der Objekte des Gerbeprozesses. 
Wenn es sich darum handelt, das Objekt des Gerbeprozesses mög 
lichst allgemein zu definieren, so ist möglicher Gegenstand der Gerberei, 
chemisch gesprochen, jede Substanz, welche mit den Gerbstoffen in eine 
wasserunlösliche, der Einwirkung der Fäulniserreger nur schwer zugäng 
liche, überhaupt reaktionsträgere Verbindung übergeführt werden kann; 
histologisch gesprochen sind es faserige Bindegewebe, also Plasma 
produkte des tierischen Körpers, und entwicklungsgeschichtlich find es 
durch organologische und histologische Differenzierung aus dem Meso- 
dlast entstandene Gewebe, welche sich vergleichend anatomisch durch die 
ganze Reihe der Metazoen hindurch verfolgen lassen, und welche die 
-höchste Stufe ihrer Entwicklung auch im letzten und höchsten Stamm 
der Tierreihe, bei den Vertebraten, erreichen. Deswegen bezieht die 
Praktische Gerberei ihr Material auch nur vom siebenten Stamm, von den 
Wirbeltieren, wobei allerdings verschiedene Kulturstufen und verschiedene 
Bedürfnisse der Technik, der wechselnden Mode oder der herrschenden 
Geschmacksrichtung sehr verschiedene Klaffen des Wirbeltierstammes oder 
sehr verschiedene Bindegewebssubstanzen des Wirbeltierkörpers zur Be 
dürfnisbefriedigung herangezogen haben. 
Um nun sowohl die scheinbare Verschiedenheit der hier in Betracht 
kommenden Rohmaterialien unter einem einheitlichen Gesichtspunkte be 
trachten, als auch das Wesen der verschiedenen Phasen des Gerbe 
prozesses im weiteren Sinne darlegen zu können, ist eine kurze Be 
schreibung der Entstehung, der histologischen Struktur und des chemischen 
Charakters dieser Substanzen unumgänglich notwendig. 
Eb«rt, Entwicklung der WeißgerLerei. 
1</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
