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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <surname>Ebert</surname>
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totr finden zu unterst, wo die Epidermis sich bildet, die hohen Zellen 
des Zylinderepithels und, während diese Zellen dann zum Ersatz der 
an der Oberstäche abgestoßenen Elemente nach außen gelangen, ver 
ändern sie gleichzeitig ihre Form und gehen in Plattenepithel über. 
Zu dieser rein morphologischen Änderung der Zellen kommt auf ihrer 
Wanderung von innen nach außen eine mehr oder weniger weitgehende 
Verhornung, welche bei den hauplsächlich auf den Landaufenthalt an 
gewiesenen Amnioten (Reptilien, Vögel, Säugetiere) zu einem völligen 
erlust der Cuticula und zu einer scharfen Scheidung der Epidermis 
m zwei Schichtensysteme führt: Die tiefer liegenden Schichten lebender 
Pro op asmatischer Zellen von zylindrischer oder kubischer Form und 
geringer Verhornung, das Stratum Malpighii, und davon leicht unter- 
8 n Qt öu fe eren Schichten nicht mehr lebensfähiger verhornter 
b ° n me ^ r sternförmigem Charakter, das Stratum corneum, 
&amp;gt;ev funktionell die fehlende Cuticula ersetzt. Danach können wir 
für die Epidermis der Haut folgende Schemata aufstellen: 
. Wirbellose Tiere (und Amphioxus): 
a) Cuticula. 
b) Einschichtige Epidermis. 
2. Wirbeltiere: 
A) Anamnier: Zyklostomen, Fische, Amphibien: 
a) Cuticula. 
b) Vielschichtiges Epithel 
j ohne weitgehende histologische 
^ . l Differenzierung. 
Amnioten: Reptilien, Vögel, Säugetiere: 
a) (Cuticula fehlt.) 
sl. Stratum corneum. 
b) Vielschichtiges Epithel |g 
Stratum Malpighii. 
SBenn endlich die Verhornung große Dimensionen annimmt und 
das Stratum corneum der Epidermis eine besondere Mächtigkeit er- 
reicht so entstehen die zum Teil sehr beträchtlichen Hornschilder der 
eptilien, die Federn der Vögel, die Haare und Hörner der Säuge- 
lere, endlich die Krallen, Hufe und Nägel, durch welche Reptilien, 
Vogel und Säugetiere ausgezeichnet sind. Es sei hier ausdrücklich 
arauf hingewiesen, daß alle diese Produkte, besonders auch die Haare, 
ediglich Horngebilde rein epidermoidaler Herkunft sind, und daß die 
Haare, wenn sie auch tief in das darunter liegende Gewebe hineinragen, 
dennoch nur mittelbar in demselben sitzen, unmittelbar aber in einer, tief in 
das darunter liegende Gewebe hineinragenden Einstülpung der Epidermis. 
_ 3hrer chemischen Natur nach haben alle diese Hornprodukte, das 
Stratum corneum, die Hornplatten, die Federn und Haare, Krallen, 
Hufe und Nägel einen ziemlich einheitlichen Charakter, sie gehören zu 
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