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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
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            <idno>883887894</idno>
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im  ganzen  rheinischen  Oberbergamtsgebiet  Bonn

Alaun'):

1830

16195  Zentner

1831

19405

1832

21557

Aber  die  Arbeitslöhne,  die  Preise  der  Nebenmaterialien  und  der
Brennstoffe  waren  gestiegen,  während  der  ausländische  Alaun  fortwährend ­
  die  Preise  drückte.  So  erzielte  z.  B.  das  Freienwalder  Alaunwerk
für  den  Zentner  Alaun
1820  7  Taler
1825  5  „
1833  4  „
also  ein  Sinken  der  Preise  um  43%.  Der  Schutzzoll  von  1  Taler
10  Silbergroschen  pro  Zentner  erscheint  uns  nunmehr  bei  einem  Alaunpreis
  von  4  Talern  fast  schon  prohibitiv.  Im  Zollverein  überwog  die
Alaunproduktion  Preußens  die  der  anderen  Zollvereinsstaaten  beträchtlich, ­
  und  in  Preußen  selbst  haben  wir  in  dieser  Zeit  2  Alaunzentren,
eines  im  Westen,  nämlich  in  den  Rheinlanden  und  Westfalen  mit  etwa
20000  Zentner,  und  eines  im  Osten  mit  etwa  14000  Zentner  jährlicher ­
  Produktion.
Unter  dem  ungeheuren  Preisdruck  namentlich  durch  die  englische
Konkurrenz  sahen  die  westlichen  Werke  eine  Abhilfe  in  der  Not  in  einem
engeren  Zusammenschluß  zum  Zwecke  gemeinschaftlichen  Alaunverkaufes;
allein  aus  heute  unbekannten  Gründen  mißlang  die  Einigung  der  etwa
10  Alaunproduzenten,  und  zur  Verringerung  der  Selbstkosten  vergrößerten ­
  sie  noch  ihre  Produktion  und  bemühten  sich  um  Vergrößerung
des  Absatzes  besonders  nach  Süddeutschland.
Das  Alaunzentrum  im  Osten,  bestehend  aus  zwei  staatlichen  Werken
zu  Freienwalde  und  Schwemsal,  und  aus  zwei  Privatwerken  zu  Gleißen
und  Muskau  war  durch  die  hohen  Kosten  des  Landtransportes  gegen
die  Konkurrenz  der  westlichen  Werke  und  durch  den  hohen  Eingangszoll
gegen  die  Konkurrenz  vom  Auslande  geschützt.  Die  geringe  Zahl  der
Produzenten,  zwei  davon  staatlich,  und  die  für  Zusammenschluß  außerordentlich ­
  geeignete  merkantile  Natur  des  Alauns,  der  Preisdruck  von
außen  und  die  Konkurrenz  von  innen  führte  dazu,  daß  hier  eines  der
ersten  deutschen  Kartelle  entstand,  nämlich  das  „Alaun-Debits-Komptoir
des  Königlichen  Seehandlungsinstituts"  ab  1.  Mai  1836,  und  zwar,  wie
schon  der  Name  besagt,  ein  Kartell  gleich  in  einer  der  höchsten  und  festest»
gefügten  Formen,  indem  nämlich  ein  einziges  Handlungshaus,  die  Kgl.
Seehandlung  zu  Berlin,  die  gesamte  Produktion  der  kartellierten  Werke
0  Zu  dem  folgenden  vgl.  I.  f.  G.  u.  V.  1905,  S.  593—646.
Ebert,  Entwicklung  der  Weißgerberei.  ^</div>
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