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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
          </persName>
        </author>
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          <msIdentifier>
            <idno>883887894</idno>
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      <div>171

Die  Leistungsfähigkeit  einer  mit  den  besprochenen  Maschinen  ausgestatteten ­
  Fabrik  ist  demnach  z.  B.  die  folgende:

Krastbedarf

Leistung  pro  Tag  ä

Entfleisch-  und  Glättmaschine

2,3

3600

Auswaschhaspel

0,5

3000

Beizhaspel

0,5

2500

Turbulente  zum  Gerben

1

6000

Tretmaschine

1

5000

Walkfaß  zur  Nachgare

1,5

6000

Bimsmaschine

0,5

600-800

Färbeapparat

—

600-900

Glänzmaschine

0,5

2000—2400

Beim  Enthaaren  brachte  ein  Weißgerber  bei  der  viel  längeren
Arbeitszeit  des  18.  Jahrhunderts  im  Sommer  täglich  150  Felle  zustande, ­
  im  Winter  deren  nur  100  *).  Mit  Hilfe  der  Maschine  ist  also
die  Leistungsfähigkeit  auf  das  25—30  fache  gestiegen,  da  ein  Manu  zur
Bedienung  genügt.
Die  jährliche  Leistung  eines  Fellfärbers  betrug  am  Anfang  des
vorigen  Jahrhunderts  bei  mittelmäßigem  Betriebe  ungefähr  600  Buschen
oder  6000  Stück 2 ).  Das  wird  heute  geleistet  in  8—10  Tagen.  Stollmaschine
  und  Spaltmaschine  sind  in  obiger  Einrichtung  nicht  aufgezählt,
weil  Stollmaschinen  bis  jetzt  überhaupt  eine  verhältnismäßig  geringe
Verwendung  finden,  und  weil  die  teuren  Spaltmaschinen  nur  in  größeren
Betrieben  vorhanden  zu  sein  Pflegen.
Es  gelingt  nur  außerordentlich  schwer,  sich  ein  Bild  über  die
Leistungsfähigkeit  einer  mit  Maschinen  ausgestatteten  Glacefabrik  zu
verschaffen,  einmal  schon  deswegen,  weil  in  großen  Fabriken  Glaceleder
oder  Weißleder  allein  fast  nicht  hergestellt  wird,  sondern  weil  immer
noch  seine  Herstellung  mit  anderen  Produktionen  kombiniert  ist;  weiter
tritt  hinzu  die  Bearbeitung  der  Gerberwolle,  welche  für  sich  einen  mehr
oder  weniger  großen  Apparat  von  Maschinen  mit  Bedienung  beansprucht;
die  Leistungsfähigkeit  der  Fabriken  wird  von  ihnen  selbst  nicht  oder
nicht  richtig  angegeben,  und  die  Maschinenfabriken  beurteilen  von  ihrem
Standpunkt  aus  die  Leistungsfähigkeit  zu  hoch,  da  nicht  fortwährend
alle  Maschinen  im  Betriebe  sind.  Es  mag  als  ein  halbwegs  richtiges
Resultat  betrachtet  werden,  wenn  man  annimmt,  daß  mit  obiger  Einrichtung, ­
  zu  welcher  also  dann  noch  die  ganze  Wollabteilung,  das
Packen  und  Sortieren,  die  ganze,  nicht  maschinell  betriebene  Zurichterei,
Werkmeister,  Vorarbeiter  usw.  kommen,  wöchentlich  10000  Schaffelle
geleistet  werden  können,  wobei  das  benötigte  Personal  etwa  100  Arbeiter
beträgt.  Das  wäre  eine  wöchentliche  Leistung  von  100  Fellen  pro  Mann
0  Schauplatz  1775,  Bd.  VI,  S.  105.  -)  Keeß  1820.</div>
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