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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
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brennen  von  Talg  entweder  zwischen  heißen  Walzen  besorgt  wird  *  *),  oder
durch  Walken  des  Leders  im  erwärmten  Walkfasse  geschieht  ^).
Auf  diese  Weise  ist  es  gelungen,  diese  Lederart  so  zu  modernisieren,
daß  sie  auch  jetzt  noch  als  ein  für  die  heutigen  Ansprüche  brauchbares
Fabrikat  bezeichnet  werden  kann  3 ).
Ähnlich  wie  das  ungarische  Weißleder  ist  auch  der  Cor  du  an
degeneriert,  als  er  den  Kulturkreis,  welcher  ihm  eigen  war,  und  dem
er  entstammte,  verließ.  Corduan  ist  im  allgemeinen  bekannt  als  ein
Produkt  der  vegetabilischen  Gerbung,  welches  mit  Sumach  oder  Galläpfeln ­
  gegerbt  zu  werden  pflegt.  Es  scheint  aber,  daß  der  Corduan
bei  seiner  Einführung  durch  die  Araber  in  Spanien  Weißleder,  also
ein  Produkt  der  Weißgerberei  gewesen  ist.  Das  Sammelwerk  des
Heraclius,  wahrscheinlich  aus  dem  9.  oder  10.  Jahrhundert,  gibt  eine
Methode  an,  Corduan  zu  färben^);  dort  heißt  es:  „Accipe  corium,
quem  corduanum  vocant,  nondum  coloribus  tinctum,  sed  purum
et  alb  um“  5 ),  und  da  albus  nicht  „hell“,  sondern  „weiß“  heißt,  so  geht
daraus  hervor,  daß  der  Corduan  ursprünglich  weißgar  gewesen  sein
muß.  In  Du  Cange  finden  wir  bei  Corduan  „Corium  caprinura
alutariorum  arte  praeparatum“,  und  eine  Notiz  aus  dem  11.  Jahrhundert ­
  lautet  „Alutarii  dicuntur,  qui  operantur  in  aluta,  quod
est  gallice  corduan,  alio  modo  dicitur  cordubunum,  a  Corduba,
civitate  Hispaniae,  ubi  fiebat  primo“.  In  Spanien  nannte  man  es
also  noch  aluta,  in  Frankreich  nannte  man  es  nach  dem  Ort  der  berühmtesten ­
  oder  frühesten  (ubi  fiebat  primo)  Herkunft  Cordobunum.
Es  ist  merkwürdig,  daß  selbst  Davillier,  welcher  ein  allerdings  mehr
geistreiches  als  wissenschaftliches  Essay  über  Ledertapeten  geschrieben  hat,
und  welcher  die  eben  zitierten  Stellen  teilweise  kennt,  aus  ihnen  nicht
den  Schluß  gezogen  hat.  daß  der  Corduan  ursprünglich  Alaunleder
gewesen  ist.  Damit  erklärt  sich  auch  wieder,  was  wir  schon  früher
gesehen  haben,  warum  der  gefärbte  Corduan  so  berühmt  geworden  ist.
Heraclius")  gibt  an  anderer  Stelle  noch  eine  Methode  an,  Ziegenund
  Schaffelle  mit  einer  aus  Epheu  bereiteten  Rosenfarbe  zu  färben,
und  erst  später  scheint  man  zu  hell  gerbenden  vegetabilischen  Gerbstoffen
übergegangen  zu  sein.  Im  16.  Jahrhundert  war  die  Fabrikation  in
Cordua  sehr  blühend,  und  Ambrosia  de  Morales  kann  uns  verständlich
machen,  wie  der  Name  Corduan  von  den  Weißledern  auf  die  lohgaren
übergangen  sein  kann:  „Le  commerce  y  (nämlich  in  Cordua)  est
egalement  important,  et  l’avantage  que  tire  Cordoue  de  la  bonne
')  Schmidt  und  Wagner  1905,  S.  1036.
*)  Schuh  und  Leder  1804,  Nr.  4,  S.  43.  -)  Ebenda.  4 )  Heraclius  76.
6 )  Davillier  1878,  S.  3;  M.  de  Laborde,  Notice  des  Emanx,  Paris  1853,
Bd.  II,  S.  296.  »)  Heraclius  36.</div>
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