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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <surname>Ebert</surname>
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8. Kapitel. 
Das Handwerk. 
§ 28. Die Entstehung von Handwerk und Zunft. 
Die rein ökonomisch eEnt st ehung des Betriebssystemes „Hand 
werk" aus der familienhaften Produktionsweise des bäuerlichen Hausfleißes 
ist eine Entwicklungserscheinung, welche die Geschichte jedes Volkes in 
der Entwicklungsstufe beobachten läßt, welche Roscher in seinen An 
sichten der Volkswirtschaft als „Mittelalter" bezeichnet hat\ Ein wert 
volles Dokument dieser Entwicklungsstufe sind die homerischen Gesänge 
welche hauptsächlich von Riedenauer °), Büchsenschütz 8 ) und Blümner *) 
daraufhin untersucht worden sind, während für diese Entwicklung des 
deutschen Handwerks die vvrkarolingische und die karolingische Zeit das 
Beobachtungsmaterial liefert, dessen eingehendere Untersuchung in dieser 
Richtung hauptsächlich seit Gfrörerfl datiert. In allen diesen Phasen 
ergibt sich, was schon im vorigen Paragraphen angedeutet wurde, ein 
Nebeneinanderbestehen von ausgedehntem Hausfleiß neben entlohnten 
Demiurgen 8 ) oder bezahlten Handwerkern. Die Entwicklung in der 
angegebenen Richtung ist eine allgemeine und allgemein anerkannte, da 
das einschlägige Tatsachenmaterial als ziemlich eindeutig und einheitlich 
sich erweist. 
Anders gestalten sich die Verhältnisse bei der Frage nach den 
Drganisationsursachen des Handwerks zu geschlossenen Verbänden, 
Genossenschaften, Kollegien, Innungen, welche ihre höchste ökonomische, 
rechtliche, politische und soziale Form in der Zunft erlangen. Den 
Kernpunkt aller hierüber aufgestellten Theorieen, des Ursprungs aus 
hosrechtlichen Handwerksverbänden, der Bildung aus kirchlichen Frater- 
vitäten, der Nachahmung von römischen Kollegien oder der Entstehung 
als natürlichen Ausfluß der Marktordnung auf Grund obrigkeitlicher 
Verwaltungsmaßnahmen fl, bildet die Annahme des räumlichen Zu 
sammenwohnens oder Zusammenarbeitens von Handwerkern gleicher 
Gewerbe: gemeinsame Stadtquartiere, unter Umständen auch Benennung 
dieser Straßen oder Plätze nach den einschlägigen Gewerben, werden 
fl Roscher, Ansichten der Volkswirtschaft, S. 415, Anm. 30. 
fl Riedenauer 1878. s ) Büchsenschütz 1869. fl Blümner 1869. 
fl Gfrörer 1866. 
fl Riedenauer 1878, S. 7ff.; Blümner 1875, Bd. I, S. 256. 
fl Keutgen 1903, S. 137, 139, 141; vgl. auch Schurtz 1900, S. 278.</div>
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