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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
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Glacehandschuhe  fabrizierte,  auf  der  Londoner  Ausstellung  als  besondere
Sehenswürdigkeit  eine  Musterkarte  mit  94  verschiedenen  Farben  aus  x ).
Vor  allen  Dingen  häufig  ist  uatürlich  der  Anschluß  der  Glacegerberei ­
  an  die  Handschuhmacherei,  ein  abermaliges  Ergebnis  ihrer
großen  Neigung  zur  Kombination,  welch  letztere  wir  oben  schon  als
den  handwerksmäßigen  Betrieben  gefahrbringend  erkannt  haben.  In
Prag  erfolgte  die  Gründung  der  sog.  französischen  Handschuhmacherei
1784  durch  einen  Franzosen,  der  dort  eine  Handschuhfabrik  mit  allen
Produktionsphasen  von  der  Bearbeitung  des  ungegerbten  Rohleders
bis  zur  Vollendung  der  Handschuhe  errichtetes.  In  Berlin  wurde
1772  eine  dänische  Leder-  und  Handschuhfabrik  durch  Johann  Friedrich
Tillier  errichtet  ^),  in  Erlangen  waren  1774  beide  Gewerbe  noch  getrennt, ­
  1792  waren  die  drei  größten  Handschuhfabriken  mit  Weißgerberei
verbunden  *),  in  Wien  bestand  1820  eine  Alaun-  und  Sämischgerberei
verbunden  mit  einer  großen  Handschuhfabrik  und  Lederfärberei  °),  in
Altenburg  bestand  in  den  70  er  Jahren  als  bedeutendstes  Etablissement
von  Mitteleuropa  die  Lederfabrik,  Lederfärberei  und  Handschuhfabrikation
von  I.  L.  Ranninger,  und  eines  der  gegenwärtig  größten  Etablissements
der  Lederhandschuhbranche  auf  dem  Kontinent  ist  die  Firma  Trefousse
&amp;amp;  Co.  in  Chaumont,  Haute  Marne,  welche  1829  gegründet  wurde;  vom
rohen  Fell  bis  zum  fertigen  Handschuh  macht  jedes  Stück  hier  138
verschiedene  Etappen  durch,  die  Gerberei  besitzt  eine  jährliche  Leistungsfähigkeit ­
  von  1  Million  Fellen,  die  Färberei  eine  solche  von  800000
Stück,  die  Handschuhproduktion  wird  auf  1%  Millionen  Paare  pro
Jahr  berechnet,  und  die  Zahl  der  beschäftigten  Personen  beläuft  sich  auf
etwa  6000  °).  Im  Grenobler  Handschuhdistrikt,  wo  man  selbständige
Gerbereien,  selbständige  Färbereien,  selbständige  Handschuhmachereien,
daneben  aber  die  Färberei  mit  der  Gerberei  oder  mit  der  Handschuhmacherei, ­
  oder  endlich  alle  drei  Gewerbe  miteinander  kombiniert  vorfindet, ­
  kann  ein  Paar  Handschuhe  in  20  Stunden  gegerbt,  gefärbt,
zugeschnitten,  genäht  und  versandt  werden,  gewöhnlich  aber  braucht  es
wegen  der  dazwischen  geschobenen  Lagerzeiten  viel  länger,  nämlich
125—195  Tage 7 ).
Diese  letzten  Zahlen  sind  geeignet,  die  Vorstellung  zu  erwecken,  als
ob  die  Weißgerberei  und  die  Glacegerberei  ebenfalls  die  Form  großer
Betriebe  angenommen  hätten,  wie  sie  die  vegetabilische  und  die  Chromgerberei ­
  zeigen.  Es  wurde  schon  oben  daraus  hingewiesen,  daß  dem
*)  Rehlcn  1855,  S.  142.  2 )  Zuckerkand!  1896,  S.  178.
3 )  Nicolai  1786,  S.  548.  *)  Schanz  1884,  S.  224-225,  201.
5 )  Keeß  1820,  S.  21.
6 )  Berliner  Berichte  1898,  Nr.  41,  2.  Beilage;  Lederausstellung  1878,  S.  195.
’)  Ledermarkt  1893,  S.  1235/36.</div>
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