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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
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Fleischmehl  zu  Viehfutter  J ),  von  Fleischmehl  aus  Handschuhleder  zu
Futterstoffen^)  sind  Ideen,  welche  immer  wieder  auftauchen.
Auch  die  Verwendung  zu  Düngemitteln  kommt  gelegentlich
vor.  Nach  einem  Patentanspruch  von  1908  wird  aus  dem  Enthaarungsschleim ­
  der  Gerbereien  durch  Einleiten  von  schwefliger  Säure  ein  eiweißartiger ­
  hochprozentigerstickstoffhaltiger  Dünger  gewonnen,  wobei  gleichzeitig
die  schädlichen  Sulfite  des  Schleims  und  des  Wassers  entfernt  werden 3 ).
Eine  ziemlich  große  Industrie,  welche  erst  neuerdings  durch  andere
Darstellungsverfahren  zurückgegangen  ist,  gründet  sich  auf  die  Verarbeitung ­
  von  Haut-,  Leder-,  Horn-,  Klauen-,  Fleisch-,  Blutabfällen  zu
Ammonsalzen,  Ammonkarbonat  für  Chlorammon  und  zu  Blutlaugensalz;
denn  die  wertvollen  Ammon-  und  Cyanverbindungen  entstehen
überall  da,  wo  eine  Verkohlung  oder  trockne  Destillation  stickstoffhaltiger
tierischer  Produkte  stattfindet;  solange  man  keine  anderen  Stickstoffquellen
  kannte,  waren  diese  tierischen  Abfallprodukte  das  alleinige  Ausgangsmaterial ­
  zur  Herstellung  von  gelbem  Blutlaugensalz,  welch  letzteres
dann  erst  in  die  einfacheren  Cyanverbindungen  übergeführt  wurde.
Eine  noch  größere  Mannigfaltigkeit  von  Verwendungsmöglichkeiten
als  die  rohen  tierischen  Abfallstoffe  bieten  die  gegerbten  Hautabfälle.
Auch  sie  suchte  man  früher  zur  Herstellung  von  Ammoniak  noch  einmal
dienstbar  zu  machen  4 ).  Man  hat  versucht,  aus  Lederabfällcn  Farbstoffe
herzustellen 3 );  auf  die  gelungenen  Versuche  zur  Herstellung  von  Leim
uns  gegerbten  Hautsubstanzen  wurde  hingewiesen,  und  ein  Patent  von
1909  hat  die  Herstellung  plastischer  Massen  aus  tierischen  Abfällen  von
Leder,  Haut,  Hufen,  Hornmassen,  Knochen  zum  Gegenstände 6 ).  Auch
zu  Düngemitteln  werden  Lederabfälle  in  großen  Mengen  verarbeitet').
Weitere  Verwendung  finden  Lederabfälle  zu  Lederwolle  oder
Ledergarn 3 ),  zu  Lederzementböden"),  zu  Lederfaser  als  Sohleneinlage"),
zu  gesponnener  Lederfaser,  welche  nach  dem  Weben  mit  Gummi  behandelt
wird,  um  dann  zu  Sohlen,  Absätzen  usw.  Verwendung  zu  finden"),  zu
Wärmeschutzmasse"),  zu  Lederkohle 13 ),  zu  Knöpfen  "),  zu  Pappe  oder
lederartigem  Papier");  endlich  haben  solche  Gedanken  immer  wieder
0  Gerber  1882,  Nr.  29,  2 )  Deutsche  Gerberzettung  1881,  Nr.  66.
3 )  Zeitschrift  für  Singern.  Chemie  1908,  S.  163.
4 )  Gerberzeitung  1880,  S.  237.  b )  Deutsche  Gerberzeitung  1879,  Nr.  86.
«)  Collegium  1909,  S.  44;  D.R.P.  Nr.  197196.
2 )  Vgl.  Ledermarkt  1907,  Nr.  80,  S.  16.
8 )  Deutsche  Gerberzeitung  1893,  Nr.  145.
9 )  Deutsche  Gerberzeitnng  1894,  Nr.  46.
’°)  Ledermarkt  1904,  Nr.  27,  S.  11.  ")  Ledermarkt  1904,  Nr.  24,  S.  23.
12 )  Deutsche  Gerberzeitung  1903,  Nr.  113.
u )  Ledertechnische  Rundschau  1910,  Nr.  18.
")  Deutsche  Gerberzeitung  1896,  S.  145.  “)  Keeß  1829,  Bd.  I,  S.  69.</div>
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