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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
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            <idno>883887894</idno>
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haft  sind),  in  der  Zeit  vom  1.  Januar  bis  31.  Dezember  1910  im

Deutschen  Reiche
vorgekommene  Milzbrandfälle  bei  Menschen  287
davon  bei  Kindern  unter  14  Jahren  9
von  den  erkrankten  Personen  waren  männlichen  Geschlechts  257
Von  den  erkrankten  Personen  waren  weiblichen  Geschlechts  30
den  Milzbranderkrankungen  sind  Personen  erlegen  40
davon  weiblichen  Geschlechts  6
davon  Kinder  1

In  142  Fällen  oder  49,5  °/ 0  war  die  Erkrankung  zurückzuführen
auf  die  Berührung  mit  milzbrandkranken  lebenden  oder  toten  Tieren
oder  deren  Fleisch.
In  135  Fällen  oder  47  °/ 0  war  die  Erkrankung  zurückzuführen
auf  den  Handel  und  Verkehr  mit  Stoffen  tierischer  Herkunft  oder  auf
die  gewerbliche  Verarbeitung  solcher  Stoffe.
In  einem  Falle  war  die  Erkrankung  zurückzuführen  auf  Arbeiten
mit  Milzbranderregern.
In  9  Fällen  der  Erkrankung  blieb  die  Ansteckungsquelle  unbekannt.
Von  den  Erkrankten  entfielen  aufZ

Milzbranderkrankungs ­
 ­

  tödlich

landwirtschaftliche  Betriebe

fälle
121

12

Abdeckereien

9

—

Fellhandlungen

8

2

Gerbereien

92

16

Lederarbeiter  nicht  in  Gerbereien

3

1

Arbeiter  beim  Gütertransport

7

2

Roßhaarspinnereien

11

1

Bürsten-  und  Pinselfabriken

4

2

Wollkämmereien

1

—

Leimsabrikation

1

—

Sowohl  durch  die  Zahl  der  Erkrankungen  als  auch  durch  die
Zahl  der  Todesfälle  zeichnet  sich  also  die  Gerberei  vor  allen  anderen
Gewerben,  relativ  sogar  gegenüber  den  landwirtschaftlichen  Betrieben,
durch  ihre  außerordentlich  hohe  Milzbrandgefährlichkeit  aus.  Die  Gefährlichkeit ­
  speziell  der  Weißgerberei  geht  aus  dieser  Statistik  wieder
nicht  hervor,  allein  man  nimmt  allgemein  an,  daß  die  Milzbrandgefährlichkeit ­
  der  Weißgerbereien  eine  viel  höhere  sei  als  die  der  Rotgerbereien, ­
  weil  die  Weißgerberei  (freilich  auch  die  Chromchevreaux-Fabriken
  und  ähnliche)  doch  vornehmlich  Schaf-  und  Ziegenfelle  verarbeiten, ­
  während  schwerere  Häute  bei  ihnen  verhältnismäßig  seltener  sind.
Wir  haben  damit  die  Ätiologie  der  gerberifchen  Gewerbekrank-&amp;gt;)

  Ledermarkt  1911,  Nr.  79,  S.  8.</div>
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