<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>883887894</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>361 
heilen beendigt und wenden uns noch kurz zur Betrachtung der Mor 
talität, welche einen zahlenmäßigen Ausdruck darstellt für den Effekt 
sämtlicher im Laufe des beruflichen Lebens an einem menschlichen 
Organismus bewirkter Schädigungen. 
Auf ältere Unters uchungen, wie z. B. auf die von Neufville aus 
den Frankfurter Todeslisten der Jahre 1820—1852 gewonnenen Ergeb 
nisse, welche auch von Schmoller benutzt worden sind x ), darf nur kurz 
hingewiesen werden^), weil einmal in diesen Untersuchungen Gerber 
und Kürschner unter einer einzigen Rubrik zusammengefaßt find, weil 
weiter trotzdem das Material viel zu klein geblieben ist, als daß eine 
dem Gesetze der Großen Zahlen entsprechende Zuverlässigkeit abgeleitet 
werden könnte, vor allen Dingen aber, weil die Methode, mit welcher 
Neufville gearbeitet hat, unrichtig ist. Es wird hier aus dem Durchschnitt 
von 18 Todesfällen eine mittlere Lebensdauer von 56 Jahren 7 Monaten 
berechnet, und damit stehen die Gerber unter allen Gewerben obenan; 
eine höhere mittlere Lebensdauer haben nach diesen Berechnungen nur 
die Geistlichen mit 65 Jahren 11 Monaten. 
Auf einer richtigen Methode aufgebaut sind die Untersuchungen 
von Westergaard, welcher allerdings hauptsächlich englische Verhältnisse 
seinen Untersuchungen zugrunde legt ^). Die Untersuchungen Westergaards 
sind insofern interessant, als die erste Auflage seines Buches die 
Weißgerber und Rotgerber noch in einer einzigen Rubrik vereinigt, 
während die 19 Jahre später erschienene zweite Auflage die beiden 
Gewerbe trennt Z. 
Für beide Gewerbe sind die Verhältnisse die folgenden:°) 
Gerber und Weißgerber in England. Tannerund Currier. 
Erwartungsmäßig Gestorbene nach 
der Tabelle 
Alter 
Lebensjahre 
Gestorbene 
für die ganze 
Bevölkerung 
für 62 
erlesene Berufe 
15 
8165 
23 
51,44 
34,29 
20 
8 465 
47 
72,80 
70,26 
25 
15 375 
135 
150,68 
149,14 
35 
12 267 
171 
159,47 
163,15 
45 
9 543 
186 
176,55 
187,04 
55 
6 032 
214 
194,23 
211,12 
60 
2 798 
227 
186,91 
211,53 
75 
1000 
139 
165,80 
192,20 
Im ganzen 
63 645 
1142 
1157,88 
1218,37 
') Schmoller 1870, S. 341. 
2 ) Neufville 1855, S. 89, 101, 103, 107; vgl. auch Layet 1877, S. 34f. 
3 ) Westergaard 1901, S. 529, 684ff.; vgl. auch Westergaard 1882, S. 283f. 
4 ) Die Vergleichssterbetafel siehe Westergaard 1882, S. 287. 
°) Westergaard 1882, S. 376.</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
