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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
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      <div>370 
größere Posten an den Sitz dieser Genossenschaften abzuliefern. Ge 
legentlich haben sich auch die Metzger selbst zu solchen Genossenschaften 
vereinigt. An den Plätzen größerer Häutekonzentrationen finden dann 
von Zeit zu Zeit richtige Auktionen statt, bei welchen die ange 
sammelten Häutematerialien unter den Hammer kommen und in einzelnen 
Losen dem meistbietenden Gerber zugeschlagen werden. Häuteeinkaufs 
genossenschaften mit kleinem Gefälle können eigene Auktionen nicht ab 
halten; sie stehen zu größeren Häuteverwertungsvereinigungen im Ver 
hältnis von sog. Nebeninnungen und schicken ihr Warenmaterial 
zu den größeren Auktionen, um es dort versteigern zu lassen. 
Auf die sich aus solchen Zuständen für den kleinen Gerber er 
gebenden Verhältnisse braucht kaum hingewiesen zu werden. Wie oben 
den Juden der Verlag ausdrücklich gestattet war, so kommt der Gerber, 
welcher nicht selbst kapitalkräftig genug ist, zu diesen Auktionen mit dem 
Kommissionär, um durch dessen Vermittlung sich das nötige Rohmaterial 
zu verschaffen; für den kleinen Gerber, welcher an sich ja nur kleine 
Lose erstehen kann, ist aber auch das häufig nicht möglich, so daß sich 
daraus für ihn, je nach seiner Lage, der völlige Ruin oder die Ab 
hängigkeit von einem kapitalkräftigeren Handelsmanne ergibt. 
8 41. Bedarfsdeckung aus der Ferne. 
Da nur Luxusgegenstände die hohen Transportkosten einer nicht aus 
gebildeten Verkehrswirtschaft vertragen, so gilt im allgemeinen der 
Verkehr von billigen Rohstoffen, wie z. B. von Häuten und Fellen, auf 
weitere Entfernungen hin erst als eine Errungenschaft des letzten Jahr 
hunderts *). Diese Ansicht findet ohne Zweifel eine Stütze in allen 
hier einschlägigen Quellen, aber viel mehr deswegen, weil aus weiter 
Ferne kommende Luxusgegenstände sowohl infolge ihres hohen Preises, 
als auch infolge ihres aparten Äußeren viel mehr Aufmerksamkeit er 
regen und daher auch viel eher die Neigung besitzen, in die geschriebenen 
Quellen überzugehen, als einfache Rohmaterialien, welchen meist ihre 
Herkunft nicht anzusehen ist; nur in einer systematisch durchgeführten 
Statistik werden auch die Rohmaterialien nicht vergessen, und der 
Beweis für das Fehlen eines ausgebildeteren Rohmaterialienhandels 
unter einfacheren Formen der Verkehrswirtschaft ist im allgemeinen nur 
ein negativer, insofern sich eben nur die Existenz eines solchen nicht 
nachweisen läßt, während seine Nichtexistenz nicht bewiesen werden kann. 
Die ältesten unmittelbaren Quellen über den phönizischen Handel, 
nämlich die biblischen Schriftsteller, erwähnen bereits den Handel mit 
l ) Vgl. Büchsenschütz 1869, S. 6.</div>
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