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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
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gelten 1 );  die  Sage  von  dem  goldenen  Vließe  in  Kolchis  deutet  vielleicht ­
  auf  Woll-  oder  Fellhandel  ans  dem  Schwarzen  Meere  hin,  Häute
und  Felle  bildeten  einen  Gegenstand  des  Tauschhandels  zwischen  den
Griechen  der  epischen  Zeit  und  zwischen  den  Phöniziern 2 ),  und  auf
den  sehr  bedeutenden  Import  von  Tierhäuten  nach  Italien  aus  den
Küstenländern  des  Schwarzen  Meeres,  aus  Asien  und  Kleinasien,  aus
Sizilien,  Britannien,  Germanien,  Gallien,  Spanien  3 )  wurde  bereits
hingewiesen.
Ähnlich,  natürlich  wegen  der  Lückenhaftigkeit  der  Quellen  ebenfalls
nicht  sehr  plastisch,  ist  das  Bild  für  das  germanische  M  i  t  t  e  l  a  l  t  e  r.  Schon
im  10.  Jahrhundert  gehörten  zu  den  Ausfuhrartikeln  Englands  auch
Felle 4 ),  1191  werden  im  Durchgangshandel  von  Ulm  Häute  erwähnt  5 ),
im  13.  Jahrhundert  werden  ebenfalls  Häute  aus  größere  Entfernungen
versandt,  und  sie  finden  sich  daher  auch  in  allen  Zolltarifen 9 );  im
Trierer  Tarif  von  1348  wird  der  Handel  mit  Rind-,  Schaf-  und
Bockshäuten  belastet 1 ),  nach  dem  Trierer  Tarif  aus  dem  Beginn  des
14.  Jahrhunderts  werden  Pferde-  und  Rindshäute  importiert 9 ),  aus
dem  Jahre  1319  liegt  ein  Straferlaß  vor  für  einen  wegen  Aufnahme
eines  Deutschen  ,.cum  aliquibns  pellis“  verurteilten  Gastwirts  am
Rialto 9 ),  der  große  Zoll  von  Como  aus  dem  14.  Jahrhundert  erwähnt
die  rohen  Häute  (nnmerus  pellinm  non  laboratarum)  einer  ganzen
Anzahl  von  Tieren 19 ),  1345  hatte  ein  Venetianer  durch  einen  deutschen
Kaufmann  aus  Deutschland  eine  gewisse  Quantität  Felle  kommen  lassen"),
1400  gestattet  der  Senat  in  Venedig  den  Deutschen  wegen  Mangel
an  Raum  Waren  auch  außerhalb  des  Fondaeo  unterzubringen
„quia  mercatores  teutonici  snnt  valde  stricti  et  impediti  in
fontico  propter  coria“  12 ),  1336  hatte  ein  Deutscher  „agnelli“  (peanx
d’agneaux,  Ducange)  in  Venedig  eingeführt 1!! ),  die  Tarife  des  14.  bis
15.  Jahrhunderts  lassen  eine  starke  Häuteausfuhr  aus  Deutschland  nach
Italien  vermuten  "),  ein  Seitenstetter  Codex  aus  dem  15.  Jahrhundert
nennt  unter  den  aus  Österreich  nach  Venedig  ausgehenden  Waren  auch
Felle  und  Häute 15 ),  und  in  der  Tariffa  von  1572  werden  als  „hereinkommende ­
  Güter  im  Teutschen  Hause"  aufgeführt  Hasenfelle,  Ochsen-■)

  Ezechiel,  Kap.  26-28;  Movers  1856,  Bd.  II,  K.  11  ff.,  S.  92,  310ff.;
Riggenbach  1867,  S.  18.  0  Riedenauer  1873,  S.  56.
3 )  Wiskemann  1859,  S.  36,  79  f.;  Blümner  1875,  Bd.  I,  S.  257.
4 )  Hellwig  1882,  S.  6.  °)  Ulm  1873,  S.  29.
&amp;lt;*)  Schulte  1900,  Bd.  I,  S.  151.  ’)  Lamprecht  1886,  Bd.  II,  S.  327.
8 )  Ebenda.  °)  Simonsfeld  1887,  Bd.  I,  S.  20.
10 )  Schulte  1900,  Bd.  II,  S.  107,  109.  u )  Simvnsfeld  1887,  Bd.  I,  S.  41.
--)  Simonsfeld  1887,  Bd.  I,  S.  135.  Simonsfeld  1887,  Bd.  I,  S.  479.
")  Schulte  1900,  Bd.  I,  S.  715.  15 )  Simvnsfeld  1887,  Bd.  II,  S.  105.
24*</div>
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