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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <forname>Georg</forname>
            <surname>Ebert</surname>
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und  Fellauktionen  für  die  angekommenen  Haut-  und  Fellmassen,  Kommissionäre, ­
  welche  die  Kapitalien  zur  Verfügung  stellen,  dann  Handelshäuser, ­
  welche  die  großen  Lose  aufkaufen  und  in  kleinen  Partieen  an
die  inländischen  Gerber  verteilen,  sind  hier  die  üblichen  Erscheinungen,
ebenso  wie  großzügig  angelegte  Organisationen  mit  Front  gegen  Spekulationen ­
  oder  zur  Regelung  der  Preise;  besonders  spielt  die  Arbitrage
im  Kipsimport  J )  eine  wichtige  Rolle,  und  auf  die  Hamburger  Kipskonvention ­
  2 ),  wie  auch  auf  die  Idee  eines  deutsch-österreichischen  Gerberverbandes ­
  zur  Beseitigung  der  Kipsübelstände  sei  hier  der  Vollständigkeit ­
  halber  nur  hingewiesen.
§  42.  Tie  Einfuhr  amerikanischer  Häute.
Die  Einfuhr  amerikanischer  Häute  ist  ein  Spezialfall  der  Bedarfsdeckung ­
  aus  der  Ferne  und  fügt  sich  demgemäß  in  die  in  §  41  skizzierte
historische  Entwicklung  ein.  Obwohl  letzteres  an  sich  nichts  Auffälliges
bietet,  so  erscheint  es  dennoch  notwendig,  auch  die  Entwicklung
Amerikas  als  Häuteprovenienz  an  der  Hand  einiger  Daten  zu
studieren,  weil  über  die  Entwicklung  des  Häuteimports  überhaupt,  wie  über
die  Häuteeinfuhr  aus  Amerika  unrichtige  Vorstellungen  verbreitet  sind.
Anfangs  des  16.  Jahrhunderts,  vielleicht  um  1540  3 ),  wurde  aus
Spanien  Hornvieh  nach  den  Laplatastaaten  verpflanzt*  *),  welches  sich
dort  unter  dem  günstigen  Einflüsse  des  Klimas  und  der  vortrefflichen
Weiden  in  den  großen  Territorien  dieser  Niederungen  wie  auch  in
einzelnen  weiter  nördlich  gelegenen  Gegenden  außerordentlich  rasch  vermehrte ­
  und  sich  in  kurzer  Zeit  von  dem  Menschen,  welcher  es  ohnehin
nur  lässig  überwachte,  frei  machte  und  verwilderte.  Infolgedessen  sank  der
Preis  des  Viehes  bald  so  außerordentlich,  daß  man  es  fast  bloß  der
Häute  wegen  benutzte.  Die  Einfuhr  von  amerikanischen  Ochsenhäuten  begann ­
  denn  auch  schon  gegen  Ende  des  16.  Jahrhunderts,  und
ein  Ladungsverzeichnis  aus  dieser  Zeit  führt  bereits  amerikanische  Rindshäute ­
  an  °).  Ist  in  diesem  die  Menge  der  importierten  Häute  auch  verhältnismäßig ­
  gering,  so  sehen  wir  daraus  doch,  daß  der  Import  bereits
begonnen  hatte.  Die  Anfänge  des  New  Iorker  Fell-  und  Häutehandels,
welcher  früher  mit  dem  Namen  „Swamp"  bezeichnet  wurde,  lassen  sich
denn  auch  bis  auf  den  Beginn  des  17.  Jahrhunderts  zurückführen ­
  3 ).  Anfänglich  ging  der  ganze  Häutehandel  über  Spanien,  aber
-)  Gerber  Courier  1897,  Nr.  47,  48,  49,  50,  51.
»)  Gerber  1907,  S.  234,  270,  299,  312.
*)  Deutsche  Gerberzeitung  1889,  Nr.  24.  4 )  Gülich  1830,  Bd.  IV,  S.  98.
&amp;lt;■)  Roth  1800,  Bd.  I,  S.  282.
«)  Schuh  und  Leder  1896,  Nr.  21,  S.  14;  Pflug  1897,  S.  25.</div>
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