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        <title>Die Entwicklung der Weißgerberei</title>
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            <surname>Ebert</surname>
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      <div>383 
Dagegen hatderKleinhandel, also der Absatz an die Konsumenten, 
eine Bedeutung, wenn auch nicht für daH Weißleder, so doch für das 
Sämischleder; denn ein großer Teil des Sämischleders geht nicht als 
Halbfabrikat weiter an die Handschuhfabriken, Schuhfabriken usw., 
sondern geht als fertige Ware für Putzleder direkt an den Konsumenten. 
Zu diesem Leder gesellten sich früher noch die von den Weißgerbern 
selbst hergestellten ledernen Hosen; es muß daher jede Person, welche 
sich zwischen Weißgerber bzw. Sämischgerber und zwischen den Konsu 
menten in den hier in Betracht kommenden Waren als Warenüberträger 
einschiebt, als ein Organ des Kleinhandels betrachtet werden. Nach 
einer ganzen Reihe von Bestimmungen gehört dieser Handel den Weiß 
gerbern ausschließlich *), aber Beutler und Säckler 2 ), Kürschner 3 ), Tuch 
macher und Schneider 4 * * ) Schuhmacher 8 ), wie auch unzünftige Meister °) 
haben immer wieder versucht einen Teil dieses Handels an sich zu 
reißen und gaben darum dem Weißgerber Anlaß zu Auseinander 
setzungen. Heute wird Sämischleder in kleinen Lederhandlungen und 
Kramläden vertrieben. 
Ein geradezu typisches Organ des Kleinhandels in Sämischleder 
ist der Hausierer. Freilich verbietet das Mittelalter das Hausieren 
grundsätzlich, und selbstverständlich nicht bloß alle unzünftigen Personen 7 ), 
sondern auch die Meister dürfen ihre Arbeit nicht verhausieren, sondern 
sie sollen dieselbe nur auf offenen Märkten feilhalten 3 ); die Hausier 
verbote werden von offener Kanzel verkündet, sie werden an die Kirchen 
türen und Rathäuser öffentlich angeschlagen 9 ), aber den vielen Be 
schwerden und Klagen sowie den zahlreichen Verboten zu entnehmen 
muß der Hausierhandel durch Juden und Krämer, durch Manns- und 
Weibspersonen, durch Italiener, Tiroler, Schweizer, durch Störer, 
Schuhmacher, Lederhändler, Metzger, Krämer, Gängler, auch Bierbrauer 
eine sehr große Rolle gespielt haben 10 ). Heute ist das Haustergewerbe 
Langenzenn, Tom. I, Nr. 16, fase. 29; Roth 1800, Bd. III, S. 147; 
Magdeburg 1686; 36 lens. 2 ) Speyer 1654—1685; 1663; Weißenburg 1648. 
s ) Würzburg 1600. 
4 ) Langenzenn, Vol. II, fase, 8, 1728; Würzburg V, 2028, 1734. 
s ) Rothenburg 1571—1695; 1614; Speyer 1654—85; 1683. 
°) Würzburg 1717. 
7 ) Königsberg 1737, VIII; Nürnberg 1629. 
8 ) Nürnberg 1663, 490. 
9 ) Würzburg V, 2028; 24. Juni 1615. 
10 ) Würzburg V, 2028, 1615; Würzburg 1660-83; 1415, 23; Würz 
burg 1661, G. 2217; Würzburg 1695—1701; Würzburg 1718—19; Würzburg 
1726—29; Langenzenn, Tom. I, Nr. 16, fase. 29, 1729; Würzburg 1741—44; 
Würzburg V, 2028, 1743; Würzburg V, 1763; Nürnberg 1801, 14. April S. 232; 
14. Juli, S. 461; 3. Sept., S. 631.</div>
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