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in  seiner  Jalousiefabrik,  daß  trotz  einer  Zeit  schlechten  Geschäftsgangs ­
  die  Mehrzahl  der  Arbeiter  im  Achtstundentag
denselben,  ja  höheren  Lohn  bezieht.  Wichtig  ist,  daß  die
Qualität  nicht  gelitten  hat 1 .  Eine  größere  Steingutfabrik  ersetzt ­
  elfstündige  Schichten  mit  neuneinhalbstündiger  effektiver
Arbeitsdauer  durch  achtstündigen  Schichtwechsel.  „Lohn  und
Leistungen  sind  auf  die  Dauer  nicht  nur  nicht  gefallen,
sondern  gegenüber  der  früheren  längeren  Schicht  bei  den
schwächeren  Arbeitern  etwas,  bei  den  stärkeren  bis  zu  11  °/o
gestiegen 2 .“  Eine  kleine  Erhöhung  des  Verdienstes  wird  auch
in  einer  größeren  Jagd  Warenfabrik  erzielt,  die  statt  zehnneunstündigen ­
  Betrieb  einführt.  Eine  Isoliermittelfabrik,  die
im  Laufe  von  8  Jahren  dazu  übergeht,  die  Arbeitszeit  von
10  auf  7  Stunden  zu  reduzieren,  stellt  bei  dem  Eintritt  der
siebenstündigen  Arbeitszeit  nach  wenigen  Tagen  die  Achtstundenleistung ­
  fest.  Die  Akkordsätze  bleiben  unverändert 3 .
Aus  einer  ganz  anderen  Sphäre  stammen  die  exakten  und
bedeutsamen  Resultate,  die  Fromont  in  den  Schwefelsäurefabriken ­
  der  belgischen  Sociötö  des  Produits  Chimiques  von
Engis  erzielte 4 .  Vor  1892  wurde  das  Rösten  der  Zinkblende
bei  kontinuirlichem  Betrieb  in  zwei  zwölfstündigen  Schichten
verrichtet,  von  denen  jede  eine  effektive  Arbeitszeit  von  10
Stunden  einschloß.  Seit  1892  herrscht  ein  neues  System,  das
auf  drei  achtstündigen  Schichten  beruht,  die  einer  Nettoarbeitszeit ­
  von  Vh  Stunden  entsprechen 5 .  Nach  weniger  als
6  Monaten  gelingt  es  den  Arbeitern,  mit  den  gleichen  Öfen
und  Rohstoffen  1000  kg  gerösteter  Blende,  d.  h.  dieselbe
Menge  wie  bei  zwölfstündiger  Schicht  mit  zehnstündiger
Produktionszeit  herzustellen 6 .  Stündliche  Produktivität  und
Intensität  der  Arbeit  sind  also  um  33,33  %  gestiegen.  Bei
einem  Betrieb  von  90  Mann  hält  dieser  Erfolg  länger  als  12
Jahre  steigend  an.  Dieses  Ergebnis  ist  absolut  sicher,  denn
der  Lohn  richtet  sich  genau  nach  dem  Gewicht  der  verarbeiteten
Blende.
Ersatz  zwölfstündiger  durch  achtstündige  Schichten  hat
in  einer  Sodafabrik,  in  den  Nostizschen  Eisenwerken  zu
Rothau  in  Böhmen,  bei  einem  Stabeisenwerk  im  Regierungsbezirk ­
  Minden  ähnliche  Resultate  im  Gefolge 7 .  An  den  Hoch-1

  Freese,  Fabrikantensorgen,  1896,  S.  18.  —  Pringsheim,  Arch.  f.
soz.  Gesetzgeb.  u.  Stat.  VI,  S.  18  u.  21,  bringt  die  detaillierte  Statistik
des  Freeseschen  Betriebs.
1904  S^484 eS 485  C ' lte  P reu ^'  R e g* erun g s ‘  u -  Gewerberäte  f.

4  T* e 'r, e  nac ^  d en  Jahresberichten  für  1905,  S.  40.
t  , Jj -  tr.  hromont  Une  Experience  Industrielle  de  Reduction  de  la
Journee  de  Travad.  Bruxelles  1906.
8  Fromont,  8.  45,  53.
6  Fromont,  8.  75  —76.
7  Sodafabrik:  Die  Arbeitszeit  der  Fabrikarbeiterinnen,  1905,
151.  —  Rothauer  Eisenwerk:  Sozialpolitisches  Zentralblatt,  1894,