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der  größeren  Geschwindigkeit  durchschnittlich  21  °/o  Mehrarbeit ­
  erfordere 1 .  Ein  neuerer  Beobachter  findet,  daß  man,
„soweit  die  Samt-  und  Seidenindustrie  in  Betracht  kommt,  in
vielen  Fällen  zweifelhaft  sein  kann,  ob  die  Arbeitsleistung  in
der  mechanischen  Weberei  körperlich  weniger  schwer  sei  als
diejenige  am  Handwebstuhl 1  2  3 .“
Wie  dem  auch  sei:  der  individuellen  Fähigkeit  steht  ein
Spielraum  offen.  In  der  früher  erwähnten  Luckenwalder
Wollwarenfabrik  schwanken  die  wöchentlichen  Webelöhne  bei
dem  gleichen  Artikel  ungefähr  zwischen  14  und  18  Mk.  In
Hut-  und  Tuchfabriken  wurde  festgestellt,  daß  die  Arbeiter
vor  den  großen  Festen  bedeutende  Mehrleistungen  entwickelten,
um  die  größeren  Ausgaben  durch  mehr  Verdienst  auszugleichen 8 .
Ebenso  gibt  es  zu  denken,  wenn  die  selbsttätigen  Maschinen
einer  der  größten  Webereien  des  Unterelsaß  im  Laufe  der
Woche  folgende  Durchschnittsleistungen  aufzuweisen  haben 4 :

Montag  Dienstag  Mittwoch  Donnerstag  Freitag  Sonnabend

bei  elfstündiger  Arbeitszeit:

bei  10-stünd.
Arbeitszeit:

Tagesleist.
in  Meter  7172,3  8068,3  8306  8072,5
Stundenleist.
in  Meter  625  733,5  755  734

8114,7  7811
737,7  781,1

An  den  Sonnabenden  mit  zehnstündiger  Arbeitszeit  war
also  die  stündliche  Leistung  um  3,4  °,o  größer  als  am  besten
und  um  nahezu  25°,o  größer  als  am  schlechtesten  elfstündigen
Arbeitstag.  —  Eine  größere  Wäschefabrik  stellt  aus  ihren
Lohnbüchern  fest,  daß  der  Verdienst  bei  gleicher  Arbeitsdauer
am  Tage  vor  der  Lohnabrechnung  20  °,  o  höher  ist  als  sonst.
Von  diesen  Gesichtspunkten  her  wird  es  verständlich,  daß  die
Ausnutzung  der  Webstühle  wie  in  dem  früher  angeführten
Fall  von  56  auf  66°,o  steigen  konnte.  —  Wenn  der  Elsässer
Weber  ein  Drittel,  der  englische  nur  ein  Sechstel  seines
Arbeitstages  verliert,  so  findet  bei  dem  Elfstunden  tage  des
Elsässers  nur  7 1 /s  Stunden,  bei  dem  Engländer  mit  9  Stunden
aber  7 1 /2Stündige  Beanspruchung  der  Maschinen  statt 5 .

1  Birtwhistle,  Gen.  Sekretär  d.  Vereinigten  Webergewerkschaft
von  Nordengland,  nach  Neue  Zeit,  1891,  S.  251.  —  Vgl.  K.  Marx,  Das
Kapital  I,  1872,  S.  133.
2  H.  Brauns,  Der  Übergang  von  der  Handweberei  zum  Fabrikbetrieb ­
  i.  d  Niederrhein.  Samt-  u  Seidenindustrie  u.  d.  Lage  d.  Arbt.
i.  dieser  Periode.  Staats-  u  sozialw.  Forsch.,  herausgeg  v.  Schmoller
u.  Sering,  XXV,  4,  1906,  S.  185.  —  Brauns  betont,  daß  die  Tätigkeit  des
Webers  nicht  so  einfach  sei,  wie  der  Laie  sich  das  manchmal  vorstellt
(a.  a.  O.  S.  184).
3  Die  Arbeitszeit  d.  Fabrikarbeiterinnen,  S.  219.
*  Ibid.  S.  263.
»  J.  ßae,  S.  156.