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zeuge  an  das  festbleibende  Stück  herangebracht  werden  h  Bei
komplizierten  Aufgaben  oder  sehr  kleinen  Stücken  steigt  das
Maß  der  persönlichen  Tätigkeit  der  Maschine  gegenüber.
Bei  einer  Mehrleistung  der  Maschine  verschiebt  sich,  ceteris
paribus,  ebenfalls  das  Verhältnis  von  Maschinenarbeit  und
manueller  Tätigkeit  zugunsten  der  letzteren.  Beim  Abdrehen
flußeiserner  Stücke  liefert  ein  Arbeiter,  wie  amerikanische
Versuche  gezeigt  haben,  in  zehnstündiger  Arbeit  323  Stück,
wobei  zwei  Drehbänke  und  gewöhnlicher  Werkzeugstahl  verwendet ­
  wurden.  Für  jedes  Stück  wurde  mithin  3,71  Minuten
gebraucht.  Die  manuelle  Aktion  beläuft  sich  dabei  auf
1,515  Minuten,  d.  h.  40,8  °/o  der  Gesamtzeit.  Bei  Schnelldrehstahl ­
  steigt  die  Leistung  auf  484  Stück.  Jetzt  beträgt  die
Gesamtarbeitszeit  für  jedes  Stück  nur  2.47  Minuten,  die
manuelle  Arbeit  aber  1,315  Minuten,  d.  h.  53,2°/o 1  2 .  Die  persönliche ­
  Tätigkeit  ist  also  um  12,4  0  o  gestiegen.  Verbesserte
Maschinen  erleichtern  keineswegs  immer  die  Arbeit.  Wenn
der  Arbeiter  seinen  früheren  Tagesverdienst  erreichen  sollte,
hätte  man  ihm  bei  der  Arbeit  mit  Schnelldrehstahl  nur
50  Cents  für  100  Stück  zu  geben,  ln  Wirklichkeit  gab  man
ihm  57  Cents,  weil  sich  auch  der  Arbeiter  bei  einer  Mehrleistung ­
  der  Maschine  im  allgemeinen  mehr  anstrengen  muß.
Gewisse  selbsttätige  Spezialmaschinen  neuester  Art,  wie
Revolverbänke  und  Ganzautomaten,  bilden  eine  Klasse  für
sich.  Sie  gehören  nicht  hierher,  sondern  in  eine  später  zu
erörternde  Kategorie,  bei  der  sich  die  Intensivierung  der  Arbeit
durch  Vereinigung  mehrerer  Maschinen  in  einer  Hand  vollzieht. ­
  Bei  weitem  überwiegt  noch  die  Zahl  der  Maschinen,
deren  Einzelleistung  von  persönlicher  Fähigkeit  beeinflußt
wird.  In  einer  so  schwierigen  Frage,  die  wohl  niemand  ganz
allgemein  zu  beantworten  vermag  kann  nur  die  Ansicht  eines
einzelnen  Kenners  angeführt  werden.  Max  Kraft  widmet  in
seinem  „System  der  technischen  Arbeit“  diesem  Gegenstand
ein  Kapitel,  das  sich  „Die  Ethik  der  Maschine“  nennt 3 .
Der  technische  Fortschritt,  so  legt  er  dar,  dränge  freilich
dahin,  die  Maschine  automatisch  wirkend  zu  gestalten.  Bis
jetzt  sei  dies  nur  in  wenigen  Fällen  eingetreten.  Der  größte
Teil  der  Maschinen  bedürfe  der  Leitung  und  Überwachung,
der  Instandhaltung  und  Reparatur  durch  den  Menschen.  Nur
die  eingelaufene  Maschine  arbeite  tadellos,  während  die  neue
sowie  die  schon  abgenutzte  oft  stundenlang  unausgesetzte  Aufmerksamkeit ­
  und  Nachhilfe  verlange.  Ferner  schwanke  die
Qualität  des  Materials,  wodurch  der  Maschine  bald  größerer,
bald  geringerer  Widerstand  entgegengesetzt  werde.  Betriebs-1
  Vgl.  P.  Möller,  S.  8.
a  P-  Möller,  Über  Schnelldrehstahl.  Zeitschr.  d.  Vereins  deutscher
Ing.,  1905,  S.  337.
3  M.  Kraft,  Das  System  der  technischen  Arbeit,  1902,  S.  118  ff.