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Schwankungen,  ja  Stillstand  seien  die  Folge.  Schließlich  werde
ein  automatischer  Lauf  dadurch  vereitelt,  daß  eine  große  Zahl
von  Maschinen  zur  Bearbeitung  verschiedener  Materialien  und
verschiedener  Formen  diene,  daß  ihre  Geschwindigkeit  von
Fall  zu  Fall  variiere,  daß  das  Arbeitsmaterial  Vorbereitung,
Einsetzen  und  Messen  erfordere  usw.
In  der  Praxis  scheint  es  auf  den  ersten  Blick  ausgeschlossen
zu  sein,  daß  eine  Maschine,  zumal  bei  feststehender  Geschwindigkeit, ­
  eine  höhere  Leistung  zu  entfalten  vermag.  Vielleicht  ist
der  Arbeiter  der  Maschine  gegenüber  so  machtlos  wie  der
Heizer,  der  nichts  dafür  kann,  daß  seine  Maschine  1000  oder
2000  Pferdekräfte  entwickelt.  Die  Frage  ist  aber  so  nicht
richtig  gestellt.  Man  muß  zusehen,  ob  zwei  Maschinen  von
gleicher  Kraft,  Größe  und  Geschwindigkeit  verschiedene
Leistungen  aufweisen  können.  In  der  Tat  zeigen  zahlreiche
Instanzen,  daß  dies  der  Fall  ist.
Wie  Freese  gefunden  hat,  kommen  auch  bei  Maschinen
mit  feststehender  Geschwindigkeit  so  viele  Pausen  und  Zeitverluste ­
  beim  Anhalten  und  Umstellen  vor,  daß  trotz  kürzerer
Arbeitszeit  intensiverer  Betrieb  eintreten  kann.  Aus  denselben ­
  Kreissägen  und  Hobelmaschinen  wird  bei  gleicher  Umdrehungsgeschwindigkeit ­
  eine  Mehrleistung  herausgeholt 1 .  —
Eine  Petroleumraffinerie  unterhält  Lager  in  New  York,  Londou,
Rotterdam  und  Mannheim.  An  allen  vier  Orten  stehen  vier
absolut  gleiche  Maschinen,  um  Reifen  an  die  Fässer  anzuziehen. ­
  Der  Amerikaner,  ein  Spezialist,  bringt  es  täglich  auf
700  Fässer;  die  anderen  schaffen  mit  derselben  Maschine  nicht
viel  über  200.  —  Nach  der  Ansicht  eines  amerikanischen
Fabrikanten,  der  mehrere  Jahre  in  Europa  zubrachte,  liefert
der  deutsche  Arbeiter,  ausgerüstet  mit  den  besten  amerikanischen ­
  Maschinen,  höchstens  60  °/o  von  dem,  was  der  Amerikaner ­
  unter  gleichen  Bedingungen  herausbringen  würde 1  2 .
Wie  sich  aus  den  beiden  Angaben  ersehen  läßt,  leistet  der
Amerikaner  auch  im  Übertreiben  mehr  als  andere;  im  Grunde
ist  das  Verhältnis  doch  richtig  gekennzeichnet.  Ein  deutscher
Techniker  schätzt  z.  B.  die  Mehrleistung  des  Amerikaners
auf  25  °,'o 3 .
Die  größte  Wollkämmerei  der  Welt,  Holden  in  Bradford,
besitzt  in  England  und  Frankreich  technisch  völlig  gleich
eingerichtete  Betriebe.  Die  Löhne  sind  in  England  höher;
doch  ist  das  Produkt  des  einzelnen  Arbeiters  bei  weitem  größer,
obgleich  die  Arbeitszeit  hier  ößVa  Stunden,  in  Frankreich

1  Preese,  Pabri  kantensorgen,  S.  18.
*  E.  Schalck,  Der  Wettkampf  der  Völker  mit  besonderer  Bezugnahme ­
  auf  Deutschland  und  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika
(Natur  und.  Staat,  Teil  VII),  1905,  S.  88,  90.
3  H.  Nordmann,  Eindrücke  und  Bilder  von  einer  Studienreise  in
Nordamerika.  Z.  d.  V.  d.  I.,  1903,  S.  868.